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Zwei von fünf Bundesbürgern wollen lieber Roboter als Journalisten

 (Bild: Next Hamburg)

03.09.2019 - Hauptsache gratis: Zwei von fünf Bundesbürgern würde lieber einen kostenlosen Onlineartikel konsumieren, der von einem Roboter geschrieben wurde, als einen zahlungspflichtigen Text, der von einem ausgebildeten Journalisten geschrieben wurde, so eine Studie.

von Joachim Graf

Jeder zweite Deutsche (49 Prozent) ist nicht bereit, für journalistische Angebote zu bezahlen, so der online-repräsentative Media Innovation Report von NextMedia Hamburg . Demnach gaben 49 Prozent der Befragten an, dass ihnen in Bezug auf journalistische Inhalte jegliche Zahlungsbereitschaft fehle. Gleichzeitig zeigten sich insgesamt nur zehn Prozent der Befragten dazu bereit, mehr als 15 Euro für Journalismus auszugeben. Interessant ist bei dieser Fragestellung zudem der Blick auf die Altersgruppen: Die 50- bis 65-Jährigen, die mit dem klassischen Medien-Model aufgewachsen sind, sind weniger zahlungsbereit, als die jüngere Generation, die kostenlosen Content gewöhnt sein dürfte. Während bei den 19- bis 29-Jährigen nur 38 Prozent eine Zahlungsbereitschaft von null Euro angaben, waren es ganze 58 Prozent der 50- bis 65-Jährigen.

Zur geringen Zahlungsbereitschaft der Nutzer*innen passt, dass immerhin 41 Prozent lieber einen Artikel lesen würden, der von einer KI produziert wurde und kostenlos zur Verfügung steht, als einen Text, der von einem ausgebildeten Journalisten geschrieben wurde und zahlungspflichtig ist.

Paid Content: Jeder zweite Deutsche ist nicht bereit, für journalistische Angebote zu bezahlen. (Grafik: Next Hamburg)

Neben der Monetarisierung von Inhalten sorgte zuletzt auch die Fake-News-Debatte immer wieder für Kopfzerbrechen bei Medienunternehmen. Die Studie zeigt, dass öffentlich-rechtliche Inhalte im Vergleich zum Content anderer Anbieter immer noch als am vertrauenswürdigsten wahrgenommen werden. 69 Prozent der Befragten schätzen diese Angebote als eher glaubwürdig ein, 24 Prozent sogar als sehr glaubwürdig. Ähnlich verlässlich werden Redaktionen in Print (62 Prozent) und Online (59 Prozent) bewertet. Privatsender, Blogs und Influencer schneiden dagegen nicht so gut ab: 82 Prozent der Befragten sehen Influencer als eher unglaubwürdig an, 69 Prozent halten Blogs für eher unglaubwürdig. Aber obgleich die Befragten die Glaubwürdigkeit von Influencern also stark anzweifeln, hat das Anti-CDU-Video des YouTubers Rezo, 14 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bei ihrer Europawahlentscheidung beeinflusst. Insgesamt beeinflusste das Video neun Prozent der Befragten.

Den Deutschen ist die Ehrlichkeit bei der Arbeit von Journalisten am wichtigsten. 60 Prozent sehen das als wichtigstes Kriterium an. Offensichtlich glauben viele Menschen Robotern mehr als Journalisten.

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