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Zahlungsmoral im Online-Handel besonders schlecht

 (Bild: Youtube /SCreenshot)

20.11.2019 - Die Inkassounternehmen melden, dass trotz schwacher Konjunktur die Zahlungsmoral der Deutschen im Herbst 2019 insgesamt gut ist. Dass gilt aber nicht für jede Branche. Besonders der E-Commerce leidet.

von Susan Rönisch

In der aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. antworten 55 Prozent: Rechnungen werden jetzt genauso gut wie im vergangenen Jahr bezahlt. Grund sind die zahlungskräftigen und konsumfreudigen Verbraucher. Deren Zahlungsverhalten hat sich sogar leicht verbessert, wie 23 Prozent der Inkassodienstleister sagen. Für gewerbliche Schuldner bestätigen das nur 18 Prozent.

Dennoch warten Gläubiger auf Zahlungen von Verbrauchern etwas länger (Durchschnitt: 80,82 Tage) als auf das Geld von B2B-Schuldnern (72,34 Tage). Problematisch ist vor allem das Zahlungsverhalten jüngerer Verbraucher zwischen 18 und 24 Jahren. Sie haben häufig Konsum­schulden bei Online-Händlern (89 Prozent der Inkasso­unternehmen bestätigen das) sowie Telekomfirmen (80 Prozent). Ältere Schuldner stehen dagegen eher bei Banken und Kreditinstituten in der Kreide.

Am meisten unter laxen Zahlern leidet derzeit der Online-Handel - 54 Prozent der Inkassounternehmen berichten, dass E-Commerce-Kunden Rechnungen aktuell besonders schlecht bezahlen. Probleme haben ebenfalls Energieversorger (38), Vermieter (37), das Handwerk (36), Fitnessstudios (34) sowie die Dienstleistungsbranche allgemein (laut 28 Prozent der Umfrageteilnehmer).

Die Gründe, warum Verbraucher Rechnungen nicht bezahlen, haben sich stark gewandelt. Inzwischen beobachten nur noch 31 Prozent der Inkassounternehmen dafür Arbeitslosigkeit als ursächlich. Vor einigen Jahren war das stets die Top-Antwort. Jetzt dagegen stellen drei von vier Inkassounternehmen (73 Prozent) fest: Privatschuldner gehen zu sorglos und oft unüberlegt Konsumverbindlichkeiten ein. Zweithäufigster Nichtzahlgrund (60 Prozent) ist Überschuldung. Allerdings hatten noch vor zwei Jahren 76 Prozent eine entsprechende Angabe in der Umfrage gemacht.

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