15.01.2013 - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat den Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" ins Leben gerufen. Dem Gremium gehören Vertreter von Start-ups, Venture-Unternehmen, Verbänden und aus der Forschung an. Diese sollen Rösler laut dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) künftig in allen wichtigen Fragen der digitalen Wirtschaft beraten. "Mein Ziel ist es, die digitale Wirtschaft als Schlüsselbranche für die gesamte Wirtschaft in Deutschland zu stärken", sagte der Minister.
Der Beirat besteht aus 11 Kernmitgliedern (zwei Jahre Mitgliedschaft) und 13 Ratsmitgliedern (ein Jahr Mitgliedschaft). Die flexible Unterscheidung in Kern- und Ratsmitglieder trage der dynamischen Entwicklung und Arbeitsweise der Branche Rechnung, so das Ministerium in einer Mitteilung.
Unter den Mitgliedern finden sich Zalando-Geschäftsführer Robert Gentz, Team-Europe-Geschäftsführer Lukasz Gadowski, Good-Beans-Geschäftsführerin Verena Delius sowie Harald A. Summa, Geschäftsführer des Eco (Verband der deutschen Internetwirtschaft). Die Liste aller Beiratsmitglieder ist auf der BMWi-Website abrufbar.
Durch die Einrichtung des Beirats sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft verbessert und die Chancen digitaler Technologien stärker genutzt werden, teilte das BMWi mit. Die digitale Wirtschaft sei eine der Wachstumsbranchen, sagte Rösler. "IT- und High-Tech-Start-ups haben jetzt ein neues Sprachrohr, mit dem sie ihren Anliegen Gehör verschaffen und ihnen Durchschlagkraft verleihen können. Der heute ins Leben gerufene Beirat ermöglicht einen modernen und praxisbezogenen Dialog mit der Bundesregierung und wird so wichtige Impulse für die Ausgestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der jungen Internet- und Technologie-Branche geben können."
Wirtschaftsverbände begrüßten die Gründung des Beirats. "Es ist höchste Zeit, den neu gegründeten IT- und jungen Technologie-Unternehmen mit ihren kreativen Ideen und ihrer Innovationskraft zuzuhören und sie an politischen Beratungen stärker als bisher zu beteiligen", sagte Ulrich Dietz, Vorstandsvorsitzender von GFT Technologies sowie Präsidiumsmitglied des IT-Verbands Bitkom. Dietz verantwortet die Start-up-Aktivitäten des Verbandes. Dietz mahnte, dass die Anstöße des Beirats auch politisch umgesetzt werden müssen: "Bisher werden politische Entscheidungen zu oft ohne Rücksicht auf die sich entwickelnde Start-up-Szene getroffen." So beharre der Bundesrat weiterhin darauf, künftig alle Erträge aus Streubesitzbeteiligungen zu besteuern, wodurch Investitionen von Risikokapitalgebern in junge IT-Unternehmen unattraktiv werden würden. Dagegen gebe es heftigen Protest von Bitkom und einer Vielzahl von Start-ups.
"Mit 8.000 IT-Gründungen im letzten Jahr können wir uns über eine steigende Zahl neuer Start-Ups freuen. Trotzdem gibt es in Deutschland immer noch weniger Gründungen als in vergleichbaren Ländern", sagt Eco-Geschäftsführer Harald A. Summa, ebenfalls Mitglied des Beirats. "Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Gründer die hervorragenden Rahmenbedingungen hier wie die gute Infrastruktur oder Förderprogramme optimal für sich nutzen können. Diese Aufgabe ist keine Kür, Start-Ups sind unentbehrlich für die deutsche Wirtschaft."
Rösler hatte zuvor bereits im Rahmen der Veranstaltungsreihe "BMWi direkt" den Kontakt zu Start-up-Unternehmern gesucht. Im Rahmen des IT-Gipfels der Bundesregierung im vergangenen November stellte der Wirtschaftsminister außerdem ein Aktionsprogramm "Digitale Wirtschaft" vor.
Der Minister und FDP-Vorsitzende gilt innerhalb seiner Partei jedoch als angeschlagen. Laut einer im Auftrag des "Stern" erstellten Forsa-Umfrage sehen 76 Prozent der FDP-Wähler in Rainer Brüderle einen besseren Parteichef. Laut Berichterstattung des "Stern" liegt die FDP aktuell laut Forsa-Umfragen im bundesweiten Wahltrend nur noch bei zwei Prozent. (re)
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