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Netflix steht in 2022 ein ganz schweres Jahr bevor

Die schlechten Nachrichten fr Netflix scheinen kein Ende zu nehmen. Nachdem der Preis der Aktie in den letzten 6 Monaten um ber 70% gefallen ist, wird der Konzern jetzt sogar von den eigenen Anlegern verklagt. Netflix soll Informationen zum schlechten Wachstum bereits gekannt, aber zurckgehalten haben, so der Vorwurf.
Doch wie konnte es so weit kommen und was sind die Grnde fr den tiefen Fall des einstigen Brsenlieblings? Wir erklren hier, weshalb der Markt rund ums Streaming derzeit einfach nicht mehr so attraktiv wie frher ist.

Schlechtes Management von Erwartungen Nachdem Netflix ber Jahre hinweg mit hohem Wachstum glnzen konnte, haben sich bestimmte Erwartungshaltungen bei den Anlegern gebildet. Ein Quartal ohne Wachstum konnte man sich gar nicht mehr vorstellen. Netflix sei ein klassisches Beispiel fr die Diskrepanz zwischen Erwartungen und Realitt.

Immer wenn ein Unternehmen dann pltzlich erste negative Zahlen meldet, kommt es zu einem psychologischen berschwang. Eine berreaktion, die sich gleich doppelt stark auf den Preis einer Aktie auswirken kann. Wie anfangs erwhnt, ist das auch der Grund, weshalb Netflix von seinen Anlegern verklagt wird. Man soll die rcklufigen Zahlen zu Abonnenten lange gekannt haben, hat diese aber bis zum letzten Schluss zurckgehalten.

Ausstieg aus dem Russland-Geschft Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat das Unternehmen seine Aktivitten in Russland eingestellt, was einen Verlust von 700.000 Kunden bedeutet. Das scheint mit Hinblick auf insgesamt 222 Millionen Abonnenten weltweit keine besonders groe Nummer zu sein, doch in einem Quartal, dass bereits durch andere Faktoren gebeutelt wurde, kam es als unglckliches Ereignis noch oben drauf.

So musste man aufgrund der 700.000 fehlenden Kunden in Russland in Q1 2022 erstmals einen Nettoverlust von 200.000 Abonnenten hinnehmen. Sonst lge das Wachstum immerhin noch bei 500.000 Kunden, was aber auch hinter den Erwartungen gewesen wre. Wann Netflix seine Aktivitten in Russland wieder aufnehmen wird, steht noch komplett in den Sternen.

Steigende Inflation bereitet vielen groe Sorge Whrend des Lockdowns wurden Streaming-Dienste zu einem festen Bestandteil des tglichen Lebens, da andere Freizeitaktivitten geschlossen waren. Doch die derzeit hohen Kosten fr Gter zwingen die Kunden dazu, ihre Ausgaben einzuschrnken, was sich eindeutig negativ auf das Geschft der Streaming-Dienste auswirkt.

Besonders Kunden, die zuvor vielleicht sogar mehrere Streaming-Dienste zeitgleich nutzten, treffen jetzt eher die Entscheidung, nur noch einen Dienst zeitgleich zu abonnieren. Das zeigt, dass auch technologiestarke Unternehmen, die in der Pandemie viele Kunden gewinnen konnten, nicht immun sind gegen die Folgen der Inflation.
Viele Mrkte haben ein Plateau erreicht

Netflix hat in vielen Lndern den Groteil des verfgbaren Marktes erreicht, besonders in den Industrie-Nationen, in denen man einen wesentlich hheren Preis als Abonnement bezahlt. So hat Netflix im Moment circa 75 Mio. Kunden in den USA, dabei gibt es jedoch nur 124 Mio. Haushalte. In der Regel teilen sich die Mitglieder eines Haushaltes den Netflix-Account, deswegen gibt es hier praktisch kaum noch Potenzial.

In vielen anderen Industrie-Nationen sieht das ebenfalls so aus. Einzig die Entwicklungslnder haben noch mehr Kundenpotenzial, diese kmpfen aber derzeit noch mehr mit der Inflation, die besonders rmere Lnder hart trifft.

Die Streaming-Konkurrenz investiert viel Geld Das Unternehmen steht im harten Wettbewerb mit globalen Giganten wie Apple, Amazon, Disney und verschiedenen anderen regionalen Anbietern. Mittlerweile fhrt man einen erbitterten Kampf um Kunden, und Netflix steht dabei teilweise ganz ohne Untersttzung dar.

Denn Apple greift auf ein bestehendes Eco-System zurck, Amazon bietet dank Prime das Streaming quasi als Nebenservice an und Disney hat einen unglaublich breiten Katalog, der besonders bei Kindern und Marvel-Fans die Nase vorn hat. Deswegen musste Netflix auch hier viel seines geplanten Wachstums abgeben, denn die Konkurrenz hat nicht geschlafen.

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