Freud und Leid bei Walter

07.11.2003 - Walter Telemedien-Gruppe rechnet mit starkem Wachstum, ehemalige Muttergesellschaft Walter Marketing meldet Insolvenz an

Die Walter TeleMedien-Gruppe wird auch in diesem Jahr deutliche Umsatz- und Ertragssteigerungen verzeichnen. Wie der Ettlinger Call-Center-Dienstleister mitteilte, erhöht sich der Umsatz voraussichtlich um 10,2 Prozent auf rund 99 Millionen Euro nach 88,9 Millionen Euro im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter steigt um rund zehn Prozent auf 4.200, die Zahl der Arbeitsplätze von 2.330 auf 2.464, was einem Zuwachs von sechs Prozent entspricht.

Indes haben die Holdinggesellschaften der ehemaligen Walter-Telemedien-Mutter Walter Marketing beim Amtsgericht Karlsruhe Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Vorläufige Insolvenzverwalter sind der Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Dr. Eberhard Braun aus Achern für die Walter Marketing Holding Mid und Rechtsanwalt Kind für Walter Verwaltung und Services.

Braun begründete den Schritt mit "verfehlten Auslandsinvestitionen und einem fehlgeschlagenen Internetprojekt". Die operativ tätigen Gesellschaften erwirtschafteten aber durchgängig Gewinne und seien somit "überlebensfähig". Daher werde der Geschäftsbetrieb auch aufrecht erhalten. Ziel sei die Abtrennung der Holdinggesellschaften von den operativ tätigen Einheiten. Von der Insolvenz sind etwa 60 Mitarbeiter betroffen.

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