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Generation Z mag laute Büros, Babyboomer eher nicht

Herausforderung für Unternehmen: Vier Generationen im Büro mit unterschiedlichen Bedürfnissen. (Bild: rawpixel/ Pixabay)
Herausforderung für Unternehmen: Vier Generationen im Büro mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

14.06.2019 - Mit der Generation Z kommen neue Arbeitsstile in die Arbeitswelt, die sich von denen der Generation X und der Babyboomer unterscheiden. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen, rät Future of Workplace.

von Frauke Schobelt

Die Generation Z ist am produktivsten, wenn sie eine Geräuschkulisse um sich herum hat. Babyboomer hingegen brauchen Ruhe für die Arbeit. Dies zeigt eine internationale Umfrage von Future of Workplace im Auftrag von Pantronics , Anbieter für Audio und Videokonferenzen. Für die Studie wurden von Savanta im März 5.150 Personen aus den USA, Kanada, Spanien, UK, Deutschland, Frankreich, China, Australien, Neuseeland, Japan und Indien über die größten Ablenkungen im Großraumbüro befragt. Die Ergebnisse zeigen, wie verschiedene Generationen über ihre Arbeitsumgebung und die Bürodynamik denken, was ihre Produktivität fördert und wie sie mit Störungen im Büroalltag umgehen.

Laute Gespräche nerven am meisten

Demnach arbeitet mehr als die Hälfte der Befragten aus der Generation Z (55 Prozent) und der Millennials (56 Prozent) lieber in offenen Großraumbüros, trotz der damit verbundenen Störfaktoren. In der Generation X sind es nur 47 Prozent und bei den Babyboomern 38 Prozent. Zu den größten Aufregern im Büroalltag gehören vor allem laute Gespräche: Fast alle Beschäftigten (99 Prozent) fühlen sich an ihrem persönlichen Arbeitsplatz abgelenkt oder gestört. Mehr als die Hälfte gab an, dass sie Schwierigkeiten hat, Telefonaten zu folgen oder selbst verstanden zu werden (51 Prozent). Viele können sich aufgrund von Geräuschen schlechter fokussieren (48 Prozent). 67 Prozent aller Befragten sagen zudem, dass sie vor allem laut telefonierende Kollegen als störend empfinden, 65 Prozent fühlen sich abgelenkt durch die Unterhaltungen der neben ihnen sitzenden Kollegen.

Gerade Vertreter der Generation Z und der Millennials bevorzugen trotzdem die Arbeit im Open Office. Mehr als die Hälfte der Generation Z (52 Prozent) gibt an, dass sie am produktivsten ist, wenn sie mit einer gewissen Geräuschkulisse arbeitet oder zwischendurch mal mit anderen sprechen kann. Ganz anders bei den Babyboomern: Für zwei Drittel braucht es Ruhe für produktives Arbeiten. Zudem schätzen gerade die jüngeren Generationen Kommunikation und Zusammenarbeit: 20 Prozent der Generation Z verbringen mindestens den halben Tag mit Telefon-, Video- oder Gruppengesprächen. Bei den Babyboomern trifft das nur auf sieben Prozent zu.

"Mit der Generation Z kommt eine Vielzahl von Menschen neu auf den globalen Arbeitsmarkt. Wir haben in der Studie herausgefunden, dass ihr Arbeitsstil sich sehr von dem der vorigen Generationen unterscheidet", sagt Jeanne Meister , Gründungspartnerin von Future Workplace. "Es arbeiten jetzt vier Generationen unter einem Dach - das zwingt Unternehmen dazu, traditionelle Büroumgebungen zu überdenken und zu überlegen, wie die verschiedenen Mitarbeiter produktiv arbeiten können."

Babyboomer leiden mehr unter Ablenkungen


Im Vergleich zu älteren Genrationen gelingt es der Generation Z und den Millennials offenbar besser, mit Ablenkungen umzugehen. 35 Prozent der Generation Z nutzen Kopfhörer, um nicht abgelenkt zu werden, bei den Babyboomern sind es nur 16 Prozent. Vier von zehn aus der Generation Z und der Millennials ziehen sich zum Arbeiten in andere Räume mit bequemerer Ausstattung wie Couch oder gepolsterten Stühlen zurück. Die Hälfte der Babyboomer bevorzugt dagegen den primären Arbeitsplatz. Dreimal so viele Babyboomer wie Angehörige der Generation Z geben zu, noch nicht die richtige Lösung gefunden zu haben, um Ablenkungen im Großraumbüro zu vermeiden.

Da sind die Unternehmen gefragt: Drei von vier Personen würden sich eigenen Angaben zufolge im Büro noch wohler fühlen und produktiver sein, wenn Arbeitgeber mehr tun würden, um Störfaktoren am Arbeitsplatz zu reduzieren. Neun von zehn Befragten geben an, dass es sie frustriert, bei Telefon- oder Videoanrufen abgelenkt zu werden. 56 Prozent sind überzeugt, dass dies durch bessere Technologie und die Reduzierung von Hintergrundgeräuschen vermieden werden könnte. Gute Lösungen wären separate Räume oder Ruhezonen, eine Anpassung der Büroaufteilung sowie vorgeschriebene Richtlinien für einen angemessenen Geräuschpegel, so jeder zweite Befragte.

"Im Büro stoßen verschiedene Arbeitsweisen und Generationen räumlich aufeinander. Somit ist es kein Wunder, dass es zu gegenseitigen Störungen kommt", sagt Amy Barzdukas, CMO und Executive Vice President von Poly. "Umso wichtiger ist es, die Arbeitsumgebung so zu gestalten, dass Zusammenarbeit möglich ist, Ablenkungen aber reduziert und somit die Produktivität verbessert wird."

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