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Internet of things: Wenn Dinge kommunizieren

11.06.2015 - Kühlschränke, die eigenständig Produkte nachbestellen, Thermostate, die die optimale Raumtemperatur ermitteln und regulieren, Lebensmittel, die alle Daten über ihre Herstellung und Lieferwege speichern: Im IoT sind Objekte mit dem Internet vernetzt, tauschen Informationen untereinander aus und werden so intelligent. Was dem Konsumenten das Leben einfacher machen soll, bietet auch dem Marketing neue Möglichkeiten.

Über das Internet der Dinge (IoT) wird derzeit viel geredet. Immer mehr Branchen sind von der Digitalisierung betroffen und müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Doch das vermeintliche "Buzzword" ist älter, als man denkt. Schon 1999 prägte der britische Technikpionier Kevin Ashton, Mitbegründer und damaliger Leiter des Auto-ID Center am Massachusetts Institute of Technology, den Begriff "Internet of things". Nach seiner Vision sollten Dinge in der Lage sein, unabhängig vom Menschen Informationen beschaffen zu können. Nun, mehr als 15 Jahre später, weiten Unternehmen diese Idee auf möglichst viele Gegenstände aus.

Laut Prognosen des Beratungsunternehmens Gartner werden bis zum Jahr 2020 mehr als 26 Milliarden Dinge im Internet vernetzt sein. Werden Laptops, PC und Smartphones hinzugezählt, deren Zahl 2020 schätzungsweise bei etwa 7,3 Milliarden liegt, werden es sogar mehr als 30 Milliarden Geräte sein. Gartner zufolge wird das IoT in fünf Jahren über viele Industriezweige hinweg einen Mehrwert von 1,9 Billionen US-Dollar erzeugen. Die Prognosen zeigen, welche Bedeutung dem IoT künftig zukommen wird. Ganz klar, dass Internet der Dinge ist "der nächste Big Bang, der durch das Internet geht", meint Marco Zingler, Geschäftsführer der Digitalagentur denkwerk.

Das Internet der Dinge betrifft eigentlich alle Branchen. Und früher oder später muss sich jede Branche mit dem Thema auseinandersetzen, sagt Tom Davis, Digital Strategy Director beim Agenturnetzwerk Hirschen Group. "Einige mehr als andere, manche früher, andere später, aber insgesamt bricht tatsächlich ein neues Zeitalter für uns alle an. Das `Internet of Things` wird zum `Internet of Everything`." "Das Internet, wie wir es bisher kennen und nutzen, verändert sich gerade grundlegend", sagt auch Achim Himmelreich, Vizepräsident Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). "Man könnte sagen: Das Internet verlässt die bekannten internetfähigen Devices und wird zu einer Art Wolke, die den Nutzer umgibt."

Schon heute gibt es erste Lösungen und Ansätze aus den verschiedenstenBereichen: Automobilbranche (Connected Cars), Gesundheitswesen (Fitness-Tracker), Versorgungsbranche (Smart-Home-Anwendungen), Logis-tik (Paketverfolgung und Transportdrohnen), Handel (Beacons), Entertainment-Bereich (Smart-TVs) - um nur einige Beispiele zu nennen. Die Frage, die sich Marketer nun stellen, ist, wie können diese und andere Lösungen für das Marketing genutzt werden?

"Durch das IoT können Marken in ständigem Kontakt mit dem Konsumenten stehen, dessen Gewohnheiten, Wünsche und Absichten analysieren - und dementsprechend darauf reagieren", sagt Joachim Bader, Vice President bei der Agentur Sapient Nitro für Kontinentaleuropa. Die größte Veränderung bestehe darin, dass das Marketing noch stärker als bisher als Service verstanden werden müsse. "Das IoT verknüpft Produkte und Konsumenten und schafft so vor allem Daten und Verbindungen, die die Unternehmen wiederum nutzen müssen, um relevante Services zu entwickeln."

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