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Singles Day in China: Milliarden-Umsätze und eine riesen Sause

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28.11.2016 - Am 11. November hat China das größte Onlineshopping-Event des Landes, den Singles Day, zelebriert. Allein beim Marktplatz Alibaba wurden an diesem Tag innerhalb von 24 Stunden 17,8 Mrd. Dollar Umsatz gemacht. Damit stellt der Singles Day den Black Friday oder den Cyber Monday deutlich in den Schatten, deren Umsätze sich bislang im einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich bewegten. Karl Krainer (Gedankenfabrik) erläutert, was das Event so erfolgreich macht.

von Verena Jugel

Der umsatzstärkste Shopping-Anlass in China ist selbst kreiert. Die Geschichte dahinter: Der 11. November ist in China ein Tag für Singles. Studenten hatten die Idee mit den vier Einsen (11.11.) und das die Eins einen Single symbolisiert. Shoppen sollte helfen, sich besser zu fühlen. Alibaba hat das Konzept aufgegriffen und daraus den wichtigsten Shopping-Tag der Welt geschaffen. Doch was macht diesen Tag aus?

1. Onlineshopping als hoch emotionales Event inszenieren
Der 11. November ist ein Ganztagesevent mit unendlich vielen Shopping-Möglichkeiten und Sonderangeboten mit bis zu 50 Prozent Rabatt. Das Angebot gilt allerdings nur limitiert und ist auf eine bestimmte Anzahl von Produkten begrenzt - ganz nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Shopper freuen sich, wenn sie das gewünschte Produkt auch tatsächlich bekommen. Das hat was vom früheren Ebay-Feeling.

2. Life is live
"See now buy now", so das Motto der Fashionshow von Alibaba, die live gestreamt wird und acht Stunden lang Produkte präsentiert. Vor allem Luxusmarken spielen eine große Rolle. Die meisten Shopper kaufen mobil und müssen schnell zuschlagen, wenn sie sich das gewünschte Produkt sichern wollen.

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Katzenlogo von TMall


3. Klotzen statt kleckern
Die chinesischen Händler investieren viel, um das Event in die Köpfe der Verbraucher zu bringen. Sie arbeiten hierbei mit Herstellern und Marken zusammen - gemeinsam für eine Sache mit der deutlichen Botschaft: Shop till you drop. Der Singles Day wird im Vorfeld massiv kommunikativ unterstützt. TMall wirbt zum 11. November mit seinem Katzenlogo, in das sich große internationale Marken wie zum Beispiel Evian, Amazon Kindle, Beats und viele andere weltweit einzigartig kreativ integrieren.

4. Mutig und innovativ sein
Das Ausprobieren von neuen innovativen Ansätzen steht am Singles Day ganz oben auf der Tagesordnung - und das big scale. Hierzu zählen beispielsweise Virtual Reality Einkaufserlebnisse mit Buy+ bei Macy's oder das Augmented-Reality-Katzenspiel "Catch the Tmall Cat" à la Pokémon, dass bereits über 70 Millionen User gespielt haben. Zusätzlich finden stundenlange TV-Galas mit Countdown und Celebrities statt. In diesem Jahr traten unter anderem die Beckhams, Scarlett Johansson, OneRepublic und Coby O'Brien auf. Das sieht man bei uns nur zu Silvester und verhilft zu hohem Consumer Engagement mit riesigem Social Media Impact.

5. Vorbereitung ist das A und O
Eine intensive Vorbereitung in der Warenwirtschaft, aber vor allem in der Logistik sind unerlässlich. Schließlich werden eine Milliarde Bestellungen innerhalb weniger Tage abgearbeitet. Und das im riesigen China. Da werden schon mal zigtausend helfende Hände kurzeitig eingestellt. Die ersten Lieferungen aus dem Ausland konnten somit schon nach 28 Minuten ihren Empfänger finden und zwar inklusive Packen und Zollabfertigung. Die erste inländische Lieferung wurde sage und schreibe 13 Minuten nach dem Kauf empfangen. Same day what...?

Fazit
Mit dem Singles Day wurde in China ein Shopping-Event geschaffen, das auf die speziellen Bedürfnisse der Nutzer Rücksicht nimmt. Es ist kein Kopie-Versuch eines Black Fridays oder Cyber Mondays, sondern etwas wirklich Neues: Die Kombination aus kreativer und mutiger Umsetzung, der Zusammenarbeit über viele Marken und Händler hinweg, das tiefe Verständnis des Konsumenten und der Wille, etwas richtig großes zu bewegen. Das zeigt, wie viel Potential im New Marketing steckt. Bei einem Blick auf aktuelle deutsche Cyber Monday Aktionen wirken diese dagegen doch etwas traurig.

[k]Ein Beitrag von Karl Krainer, Gedankenfabrik[/k]