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Rundruf: Welche Rituale beflügeln Ihren Büroalltag?

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Im Büroalltag bedarf es so manchem kleinen Ritual, um bei Laune oder sogar einfach nur wach zu bleiben

23.10.2017 - Jeder von uns verfügt über Rituale, die er oder sie in den Büroalltag einbindet. Bei dem einen ist es die allmorgendliche Käsestulle, bei dem anderen das Radio, welches für gute Stimmung sorgt. Wir haben unsere Leser gefragt: Welche Rituale finden sich in Ihrem Arbeitsalltag wieder? Es sei vorweg gesagt: Als unsere Redaktion die Frage versand, ahnte sie nicht, welch kreative Eigendynamik sich in diesem Rundruf entwickeln würde, aber lesen Sie selbst:

von Svenja Tasch

Henning Müller-Dannhausen, JvM/NEXT ALSTER, Hamburg:
"Als Creative Director auf zwei intensiven Etats bei Jung von Matt staut sich nicht nur immer wieder innerer Druck auf, man braucht auch dringend mal etwas Ablenkung. Körperliche Betätigung ist da ideal. Deshalb habe ich in meinem Büro einen schönen Eichenstamm liegen. Wenn sich zu viel Druck in mir angestaut hat, stelle ich mich auf den Stamm und bearbeite ihn mit meiner schwedischen Axt. Wenn nachts weniger Kollegen im Büro sind, spanne ich auch manchmal meinen Bogen und schieße ein paar Pfeile. Da geht es um Körperspannung, Ruhe und Loslassen. Mein Fazit: in einer immer stärker digitalisierten Welt muss man dem Körper mehr Raum geben. Und immer schön achtsam sein."

Matias Bonet, Book a Tiger, Berlin:
"Unser Arbeitstag beginnt spätestens 9:30 Uhr. Wer zu spät kommt, muss dem ganzen Team ein Frühstück spendieren. Neben Verspätungen werden bei uns auch größere Fehler mit Leckereien "bestraft". Dann heißt es Kuchen für alle! Die gekaufte Variante zählt nicht, selbstgemacht muss er sein! Ein weiteres Ritual: Alle 3 Monate haben wir unseren Quarterly Kick-off Day. Ab 9:00 Uhr gibt es dann für jeden jede Stunde einen Schnaps - bis das Meeting beginnt. Wir haben aber auch ein musikalisches Ritual: Unsere BOOK A TIGER-Cover-Band, vollständig aus Mitarbeitern bestehend, tritt regelmäßig auf den Straßen Berlins auf. Menschen kommen zufällig vorbei und hören zu - teilweise sind es bis zu 100 Leute."

Winnie Bergmann, Serviceplan, München:
"Die Wetter-App als Mini-Reise: Obwohl ich morgens gerne in die Agentur fahre oder dahin, wo ich glaube gebraucht zu werden - die Erwartung eines Tages voller Meetings löst bei mir regelmäßig einen Fernweh-Schub aus. Diesem begegne ich eigentlich jeden Tag mit einer kleinen Weltreise durch meine Wetter-App. Da habe ich die Orte gespeichert, die mir auf diesem Planeten am meisten bedeuten: Das Wetter in München sehe ich durchs Fenster, man kann es also überspringen. Aber dann kommt gleich Roccatederighi. Wie wäre es heute im geliebten toskanischen Dorf? Würde man bei Regen seinen Cappuccino unter der Markise bei Nada schlürfen? Ein Wisch mitten in den Schwarzwald, ein sonniger Herbsttag, das Häuschen der Eltern, man sollte die Obstbäume mal wieder beschneiden. Moskau im Dauerregen, da würde man es nur in einem Blini-Café aushalten. Aber in Otjiwarongo bei sonnigen 25 Grad, rein in den Landrover und auf der Pirsch einen Oryx überlisten, das wäre was. Dann kommt Kyparissia auf der Peloponnes, noch 28 Grad, für Nordländer Badewetter und anschließend für einen Ouzo zu den alten Männern, die man seit 35 Jahren Freunde nennt. Einen Wischer weiter bin ich schon in Yangon (Rangoon), der letzten Station, hier ist noch Regenzeit mit Blitz und Donner und das Wasser steht in den Straßen über überforderten Gullys. Da muss man nicht dabei sein, dann also doch lieber ins Meeting. Aber schön war sie wieder, die allmorgendliche Wetter-Reise um die Welt."

Tjeerd Brenninkmeijer, BloomReach, Oldenburg:
"Bei BloomReach arbeiten wir nach der agilen Management-Methode 'Scaling-up'. Dabei sind wiederkehrende Rhythmen sehr wichtig. Zum Beispiel durchlaufen wir jeden Morgen mit dem EMEA-Management-Team einen 'Daily Huddle', bei dem jeder in zwei bis drei Minuten erzählt, was er am gestrigen Tag erzielt hat, was er heute tun wird, und welche eventuellen Hürden es dabei zu überwinden gilt. Wenn es diese denn gibt, schauen wir zusammen, wie wir sie noch am gleichen Tag aus dem Weg räumen können. Diese Art von crossfunktionaler Wissensteilung motiviert mich jeden Tag aufs Neue. Es sorgt für Verbundenheit und Teamgefühl und lässt uns schneller und effizienter arbeiten."

Werner Kubitscheck, netzeffekt, München:
"Tatsächlich ist es mein Ritual an jedem Arbeitstag und bei jedem Wetter zu Fuß zu gehen. Hintergrund: zur Ruhe zu kommen und von Familie auf Büro und umgekehrt umzustellen. Bei, Hinweg fange ich nach ungefähr der Hälfte der Strecke (1,2 km bzw. 15 Minuten) automatisch an meinen Tag zu planen. Beim Rückweg verfliegen die Gedanken des Arbeitstages ebenfalls auf halbem Weg. Sowie die Seele beim Reisen bekanntlich länger braucht um anzukommen, lässt sich das auch auf den Arbeitsweg übertragen. Im hektischen Straßenverkehr, oder im überfüllten Nahverkehr bleibt kaum Raum um Geist und Seele auf den Tag vorzubereiten oder um herunterzufahren. Ein Fußmarsch an der frischen Luft schafft hierfür die idealen Bedingungen für einen guten Start in den Tag oder ein Entspannungsritual am Feierabend."

Dirk Spannaus, twentyZen, Dresden:
"Wir bei der twentyZen GmbH, die Macher des Social-Media-Tools webZunder, lieben Rituale. Dazu gehören vor allem DIE, die uns als Team stärken. Elementarer Bestandteil ist dabei nicht nur der Kaffee, sondern auch der morgendliche Scrum um (mehr oder weniger) PUNKT 9 Uhr, um unsere Erfolge des vergangenen Tages zu teilen und die To-Do´s von heute zu besprechen. Dies ist vor allem dann gut, wenn Support aus dem Team gebraucht wird. Jeden Freitag veranstalten wir zudem einen Funky Friday. In einer gemütlichen Runde diskutieren wir dabei ein zuvor festgelegtes Thema. Das kann z.B.  eine neue Funktion in webZunder sein oder aber auch die Planung der Wanderroute für den nächsten Firmenausflug. Für uns es wichtig, dass wir Zeit für  uns als Team gezielt einplanen. Dabei darf natürlich ein Bier oder eine Limonade auch nicht fehlen."