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Personalisiertes Online-Musik-TV: Ampya ist gestartet

02.10.2015 - Mit Ampya ist ein neuer Musikvideo-Streaming-Dienst gestartet. User können Videos dort nicht nur auf linearen Kanälen sehen, sondern sich auch einen eigenen personalisierten Online-TV-Channel gestalten.

Die Geschichte des "neuen" Ampya ist ein bisschen kompliziert. Denn das war früher eigentlich Putpat.tv. Das "alte" Ampya war das ProsiebenSat.1 Copy Cat von Spotify und Deezer, das sich nie gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte. Also verkaufte man die Abonnenten an Deezer und übernahm im Mai Putpat.tv, einen Online-Musikvideoservice. Nach dem Merger ist nun das Produkt gestartet - im Web, als App für mobile Devices und natürlich für Smart-TVs.

Das funktioniert schon sehr ähnlich wie Spotify und Deezer, nur eben mit Musikvideos. Daher sei man auch nicht in direkter Konkurrenz, sagt Ampya-Geschäftsführer und Putpat.tv Gründer Tobias Trosse. "Die Nutzungssituationen sind unterschiedliche. Unsere User schauen uns im klassischem Lean-Back-Fernseh-Modus. Außerdem sehen sie bei uns, was man anderswo nur hört."

Der User kann zwischen 280 Genres wählen, außerdem bestimmte Lieblingsbands angeben, oder welche, von denen er gar nichts sehen will. Dafür gibt es einen Equalizer, mit dem sich regeln lässt, wie viel man von einer bestimmten Band hören will - 100 Prozent Absolute Beginner, null Prozent Bushido zum Beispiel. Auch Live-Content ist im Stream. So entsteht ein personalisierter Kanal, der intelligent ist und dazu lernt. Je länger man dabei ist, desto eher weiß der Algorithmus, was man mag und passt sich so an. "Wir haben 3,8 Millionen registrierte User. Das heißt, dass wir 3,8 Millionen unterschiedliche Kanäle haben," so Trosse.

Auch eigener Content soll erstellt werden


Für diese 3,8 Millionen ist das Angebot kostenlos, es finanziert sich über Werbung. Die Werbung ist wie im klassischen TV Branding- und nicht Performance-orientert. Das targeten einer bestimmten Zielgruppe sei allerdings möglich, so Trosse. Abgerechnet wird über TKP.

Neben den personalisierten gibt es auch lineare Kanäle, die dann Genre-abhängig sind. Auch Live-Konzerte sind verfügbar. Ampya produziert die Aufnahmen dann auch selbst. In Zukunft sollen noch weitere Formate kommen, mehr Live-Sendungen, mehr moderierte Formate. Die werden dann erst live gestreamt und anschließend on demand zur Verfügung gestellt. Das ermögliche natürlich auch der Merger mit ProsiebenSat.1, so Trosse. Vorher haben die finanziellen Mittel für eigene Content-Produktionen gefehlt. "Die Visionen, die wir immer hatten, können wir jetzt umsetzen."

Der durchschnittliche User bleibt laut Trosse 64,2 Minuten pro Session dabei. Den Peak erreicht Ampya wie ein klassischer Fernsehsender in der Prime Time. "Wir verstehen uns aber nicht als klassischer Fernsehsender", stellt Trosse klar. Trotzdem gibt es nun mit ProsiebenSat.1 auch Überlegungen, einen Musik-Fernsehsender im analogen TV zu etablieren, wie es sie mit Viva und MTV gab. "Das wäre dann aber eher eine Markenerweiterung für uns."

Für Musiker und Bands kann Ampya genauso wie früher Musik-TV-Sender ein Sprungbrett sein und den Durchbruch bedeuten. Jede Band kann ihre Videos über das Label an Ampya verkaufen. Selektiv können auch Bands besonders gepusht werden, das wählt dann aber die Redaktion aus. Aufgenommen wird alles an Musik-Videos, außer Material von rechten Bands, darauf legt Trosse viel Wert. (ks)