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Wie Verpackungsgesetz und Designtrends zueinander passen

Natürliche Verpackungsmaterialien und natürlich drumherum plastikfrei  werden bei L'Organica  für Kosmetikverpackungen genutzt. (Bild: 99designs/ GraphicMax)
Natürliche Verpackungsmaterialien und natürlich drumherum plastikfrei werden bei L'Organica für Kosmetikverpackungen genutzt.

15.03.2019 - Das sperrige "Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen", kurz Verpackungsgesetz, wirkt sich auf Hersteller von Produkten aller Art - und damit auch auf deren Verpackungsdesign - aus. Unternehmen sollen Verpackungen dadurch so ressourcenschonend wie möglich entwickeln und gestalten. Die aktuellen Designtrends 2019 unterstützen die Marketer dabei sehr gut, wie Vivecca Frank erklärt.

von Susanne C. Steiger

Frank ist als Marketing-Koordinatorin für die globale Kreativplattform 99designs tätig und hat die aktuellen Verpackungsdesigntrends unter den Vorgaben der Verpackungsverordnung unter die Lupe genommen.

Mit dem Verpackungsgesetz kommen neue Pflichten und Behörden



Das Verpackungsgesetz oder VerpackG löst die bisher geltende Verpackungsverordnung ab, mit dem Ziel, die "Auswirkungen von Verpackungsabfällen auf die Umwelt zu vermeiden oder zu verringern". Hersteller und Vertreiber aller Produktarten, die Verkaufs- und Serviceverpackungen oder auch weitere in Umlauf bringen, sind betroffen. Und auch alle Online-Versandhändler und kleinere Firmen. Für alle besteht mit Inkrafttreten des Gesetzes eine Registrierungs- und eine Beteiligungspflicht. Registrieren müssen sie sich bei der neu geschaffenen "Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister" im Verpackungsregister namens LUCID. Haben Hersteller ihre Registrierungsnummer erhalten, sollten diese ihre neue Verpackung bei einem Entsorger (auch duales System genannt) wie z. B. dem Grünen Punkt anmelden. Die größte Neuerung für Unternehmen ist also vor allem die Pflicht zur Anmeldung bei der zentralen Stelle.

Die Entsorger sind angehalten, vor allem solche Verpackungen zu fördern, die besser recycelt werden können oder idealerweise sogar schon aus wiederverwerteten Kunststoffen oder nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Finanzielle Anreize seitens der Entsorger sind also für Marketer ein Grund, die eigenen Verpackungen zu überdenken. Mit einem Blick auf die neuesten Verpackungstrends zeigen wir, wie sich Design und Nachhaltigkeit vereinbaren lässt.

Fünf Verpackungstrends, die die Nachhaltigkeit unterstützen



Trend 1: Plastikfreie Verpackung



Auch Müsli geht kunstofffrei verpacken. (Bild: 99designs/ Martis Lupus)
Auch Müsli geht kunstofffrei verpacken.

Von den circa 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff, die bis 2017 weltweit in Umlauf gekommen sind, wurden nur 9 Prozent recycelt. Kompostierbare Verpackungen auf Basis von Algen, Hanf und Bambus sind daher die neuesten Errungenschaften von Wissenschaftlern und Produktdesignern. Aber auch solche aus Papier und Glas werden immer beliebter. Besonders für Unternehmen, die mit ihren Produkten einen naturnahen und gesunden Touch ausstrahlen wollen, kann der Einsatz von Plastikalternativen nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen Image relevanten Mehrwert bieten.

Ein Müsli in einer kompostierbaren Verpackung oder im Glas wirkt schließlich wesentlich gesünder als eins im Plastikbeutel. Mit dem Schritt, Verpackungen ohne Plastik einzusetzen, sind Sie also nicht nur zeitgemäß und nah am Kunden, sondern auch wesentlich nachhaltiger und somit konform mit dem neuen Verpackungsgesetz.

Trend 2: Minimalistisch



Ohne Umverpackung und zusätzliche Aufkleber stehen diese Gläser im Regal. (Bild: 99designs/joejoejoe22)
Ohne Umverpackung und zusätzliche Aufkleber stehen diese Gläser im Regal.

Nicht nur in den Sozialen Medien erwarten Konsumenten Transparenz und Ehrlichkeit von den Marken, die sie kaufen. Dsondern auch im Produktdesign. Wer alles Unnötige entfernt und sich auf das Wesentliche seines Produkts konzentriert, wirkt authentisch und hat zudem Platz für glänzende Farben und hervorstechende Typografie.

Eine Reduzierung auf das Essentielle wirkt sich zudem nicht nur designtechnisch positiv aus. Sie hilft auch, Verpackungen so minimal zu halten wie eben nötig, womit auch der entstehende Müll weiter eingespart werden kann. Zeigen Sie Ihren Kunden also möglichst direkt das, worauf es auch bei Ihrem Produkt wirklich ankommt: die inneren Werte. Zuviel drumherum lenkt ab.


Trend 3: Nude-Farbpalette



Die Farbpalette wirkt natürlich und aufs Wesentliche reduziert. (Bild: 99designs/my name is freedom)
Die Farbpalette wirkt natürlich und aufs Wesentliche reduziert.

Nude (auf Deutsch "hautfarben") ist ein Farbtrend, der Natürlichkeit vermittelt, aber letztlich auf einer komplexen Mischung aus Grundtönen beruht. Für die Gestaltung eines umweltfreundlichen Verpackungsdesigns ist dieser Trend ein absoluter Gewinn, denn recyceltes Papier überzeugt schon von Hause aus durch schicke Nude-Töne oder ein sanftes Grau, das sich ideal mit Nude- oder Pastellfarben kombinieren lässt.

Zudem gilt hier das Motto "weniger ist mehr", weshalb sich auch mit diesem Trend Verpackungsmüll einsparen lässt. Leicht eingefärbte Papiere zum "Umwickeln können einen ganz anderen Eindruck erwecken als eine Plastikfolie.


Trend 4: Vintage-inspirierte Verpackungen



Wie früher - stylisch und dennoch unaufwändig. (Bild: 99designs/ Wooden Horse)
Wie früher - stylisch und dennoch unaufwändig.

Dieser Trend im Verpackungsdesign geht sprichwörtlich zurück zu den Wurzeln. In einer schnelllebigen Welt, in der gefühlt alles neuer und besser sein muss, sehnen sich viele nach der Echtheit und Wärme der guten alten Zeit. Dies gilt auch für die Gestaltung von Produktverpackungen. Recyceltes Papier vermittelt an sich schon ein Vintage-Aussehen und Gefühl.

Die Rückbesinnung auf das Einfache und Wertige, eine Verzicht auf die Extravaganz und Fülle, führt letztlich nicht nur zu einer Reduktion im Design, sondern auch der gesamten Verpackung.


Trend 5: Untypisches Verpackungsdesign



Selbst wenn die Flasche leer ist, ist sie ein Stück zum Anschauen und wiederverwenden. (Bild: 99designs/ Esteban T)
Selbst wenn die Flasche leer ist, ist sie ein Stück zum Anschauen und wiederverwenden.

Egal ob es eine Gin-Flasche in außergewöhnlicher Form oder etwas ganz Anderes ist: Überraschung, Unterhaltung und das Ungewöhnliche sind Argumente für den Kauf. Und auch für den ökologischen Aspekt kann eine so besondere Verpackung förderlich sein. Denn wenn die äußere Hülle des Produkts so speziell ist, dass sie kaum noch als Verpackung wahrzunehmen ist, wird man sie lieber behalten, als sie wegzuwerfen. Jetzt heißt es nur noch, Trend 1 bis 4 beachten: denn eine originelle Verpackung macht sich noch viel besser, wenn Sie minimalistisch gestaltet und aus einem ressourcenschonenden Material ist.