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Studie: Wann NutzerInnen den Pausenknopf in Lernvideos drücken

03.11.2021 - Wie berechnet man den Sauerstoffgehalt von Wasser? Wie arbeitet die Europäische Union? Diese und viele weitere Fragen werden in unzähligen Videos auf verschiedenen Internet-Plattformen beantwortet, allen voran YouTube. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, wie Menschen solche Lernvideos nutzen.

von Christina Rose

WissenschaftlerInnen des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM)   , des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE)   sowie der TIB - Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften   haben im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts erste Hinweise darauf gefunden, wann und warum NutzerInnen von Online-Videoplattformen die Pausenfunktion nutzen.

Anhand von Video-Nutzungsdaten des AV-Portals der TIB untersuchten die Forschenden, wann und vor allem warum NutzerInnen Lernvideos stoppen. "Das hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab", erklärt IWM-Wissenschaftler Prof. Dr. Markus Huff . "Eine gehäufte Nutzung der Pausenfunktion konnte an besonders komplizierten Stellen sowie zwischen verschiedenen inhaltlichen Sequenzen in den Videos beobachtet werden", so der Leiter der IWM-Arbeitsgruppe Wissensaustausch. Keinen Effekt auf das Sehverhalten hatte dagegen die formale Videostruktur, wie etwa Schnitte oder graphische Gestaltungselemente in der Videoplattform.

Die Erkenntnisse können bei der Konzeption von Lernvideos berücksichtigt werden: "In einem nächsten Schritt können wir Lernvideos passend für unterschiedliche Zielgruppen aufbereiten", sagt Martin Merkt , der am DIE die Nachwuchsgruppe Audiovisuelle Wissens- und Informationsmedien leitet. Durch das automatische Setzen von Pausen oder das Einblenden von Verständnisfragen an entsprechenden Stellen im Video können komplexe Inhalte für die NutzerInnen verständlicher dargestellt werden.

Authentische Nutzungsdaten als Meilenstein für künftige Forschung

Die Ergebnisse sind noch unter einem weiteren Gesichtspunkt bedeutend für künftige Projekte: Denn die Forschenden griffen für ihre Studie auf anonymisierte Nutzungsdaten aus realen Anwendungen und nicht auf Daten aus kontrollierten experimentellen Settings zurück, um ein möglichst authentisches Bild des Sehverhaltens zu erlangen. "Uns ist es gelungen, mit echten Video-Logfiles psychologische Rückschlüsse zu ziehen und so einen Einblick in das natürliche Nutzungsverhalten zu gewinnen", betont Markus Huff. Dieser Ansatz kann in Zukunft helfen, weiteren Fragestellungen in Bezug auf das natürliche Sehverhalten von NutzerInnen auf den Grund zu gehen.

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