Marketingverantwortliche bewerten die vorangegangene Ausgabe
Kampagne des Monats
Die Wahl der Kampagne des Monats erfolgt durch jeweils drei Marketingverantwortliche namhafter Werbungtreibender.
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Claudia Jung
ist European- POS-Procurement-Manager bei BACARDI in Hamburg
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ist Ressorleiterin Marketing beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig
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Michael Schmelz
ist Direktor Marketing bei der National-Bank in Essen
Zuverlässigkeit, Schutz und Liebe
Irgendwer sagte einmal: „Auch wer regelmäßig versagt, ist zuverlässig.“
Im Luftverkehr geht es aber darum, eben nicht zu versagen und darüber seine Zuverlässigkeit zu beweisen. Es geht um Sicherheit, also darum, einen Zustand herzustellen, der frei von unvertretbaren Risiken ist oder gemeinhin als gefahrenfrei angesehen wird.
Die Kampagnen des Monats
Im Flugverkehr ist Sicherheit sogar gesetzlich vorgeschrieben. Darum muss jede Fluggesellschaft nicht nur ihre Maschinen planmäßig warten lassen, sondern auch ihre Piloten zur Erhaltung ihrer Fluglizenz regelmäßig ins Training schicken. Solche Trainings bietet zum Beispiel die Lufthansa Flight Training, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa, an. Und weil die Fluggesellschaften einen reibungslosen Trainingsablauf verlangen, um Zusatzkosten oder Beeinträchtigungen ihrer Flugpläne zu vermeiden, wirbt die LFT mit der 99,8-prozentigen Zuverlässigkeit ihrer Flugsimulatoren. Im Mailing wurde die Zuverlässigkeit anhand von 100 gebrandeten Kugelschreibern, von denen einer nicht funktionierte, verdeutlicht. Das überzeugte in erster Linie einmal die angesprochenen Fluggesellschaften, die zukünftig ihre Piloten bei der LFT trainieren lassen sollten. 22,7 Prozent der angeschriebenen Airlines haben Interesse bekundet.
Angetan waren von der Idee aber auch die Juroren, die den ungewöhnlichen Zuverlässigkeitstest klar auf den ersten Platz wählten. Michael Schmelz fand: „Das ist Statistik zum Anfassen, Markenversprechenerleben, dabei einfach und aussagekräftig. Brillante Idee!“ Auch Claudia Jung meinte: „Ein guter Vergleich, der pragmatisch, ansprechend und greifbar ist.“ Und Sabine Tubbesing schwärmt: „Ein schlichtes Mailing im CD des Absenders, verknüpft mit mindestens 100 Responsmöglichkeiten. Genial durchdacht!“
Auf dem zweiten Platz geht es im weitesten Sinne ebenfalls um Sicherheit. Hier allerdings um die Sicherheit der Meerestiere. Es geht um Kommerz und darum, dass aus niederen Interessen Lebewesen auf grausame Art und Weise sterben müssen. Es geht um die Geschichte von Jenny, einer Walkuh, die von kommerziellen Walfängern bestialisch niedergestreckt wird. Mit ansehen muss die gruselige Szene Lea, ihr Kalb.
Die Wal- und Delfinschutzorganisation (WDCS) hatte im Kampf für den Schutz von Meeressäugern prominente Unterstützung: Mario Adorf erzählte eindringlich die schaurige Geschichte von Jenny, die stellvertretend für das Schicksal aller durch den Walfang gefährdeten Meeresbewohner steht. Für die virale Verbreitung des Spots über Web-2.0-Portale wie YouTube oder soziale Netzwerke sorgte neben der Emotionalität, mit der der Schaupieler die Geschichte vortrug, auch die Wahl eines bedrückenden, gespenstischen Schauplatzes. Sabine Tubbesing fand das alles zusammen: „Berührend, sensibel, unaufgeregt und ergreifend.“ Michael Schmelz sagt: „Eine hochemotionale und in der Inszenierung perfekt aufgebaute Kampagne, die das Thema bewusst personalisiert und dadurch den Zuschauer noch stärker einbindet.“
„Das, was wir aus Liebe tun, tun wir im höchsten Grade freiwillig“, sagte der italienische Theologe Thomas von Aquin. Genau diesen Eindruck will auch Edeka mit der 2005 lancierten Aussage „Wir lieben Lebensmittel“ mit stets wechselnden pointierten Szenen aus dem Edeka-Markt vermitteln. Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika gab es ebenfalls so eine Geschichte, mit Uwe Seeler.
Diese Story wurde sogar noch mit der „EDEKA Store Soccer WM 2010“ im Internet weitergeführt. Hier gab es neben einem Gewinnspiel vor allem den legendären Vuvuzela-Composer. Und darüber hinaus den dritten Platz bei der Wahl zur Kampagne des Monats. Claudia Jung erläutert, warum: „Es wird mit einer gelungenen Kombination aus Witz, Charme und Klassikern auf die Möglichkeiten bei Edeka aufmerksam gemacht. Darüber hinaus ist es gelungen, Food und Non-Food hervorragend zu verbinden und dabei den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren.“







