Marketingverantwortliche bewerten die vorangegangene Ausgabe

Kampagne des Monats

Die Wahl der Kampagne des Monats erfolgt durch jeweils drei Marketingverantwortliche namhafter Werbungtreibender.

  • Dr. Stefan Geiser

    Dr. Stefan Geiser

    ist Mitglied der Geschäftsführung bei Peter Kölln KGaA in Elmshorn

  • Peter Georgi

    Peter Georgi

    ist Bereichsleiter Marketing/PR und Vertrieb bei der Advocard Rechtsschutz-versicherung AG in Hamburg

  • Henning Madea

    Henning Madea

    ist Head of Portfolio Management bei der Mast Jägermeister AG
    in Wolfenbüttel

Es wirkt

Bereits Benjamin Franklin sagte: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ Doch wie überzeugt man diejenigen davon, die in Ausbildung investieren sollen? Im konkreten Fall ging es darum, die Ausbildungsbetriebe derer, die am Carl-Severing-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung ihre theoretische Ausbildung absolvieren, davon zu überzeugen, das Kolleg finanziell zu unterstützen.

Das Projekt wird von der Initiative „pro+azubi“, den Auszubildenden der POINT WERBEAGENTUR in Minden, betreut. Jedes Jahr wird ein Mailing konzipiert. In diesem Jahr hielt man es mit Wilhelm Busch: „Besser als ein guter Wille wirkt manchmal eine gute Pille.“ Verschickt wurde ein USB-Stick in Kapselform, verpackt in einer Pillenschachtel, ergänzt durch einen Beipackzettel. Auf dem USB-Stick befanden sich die Eigeninterpretation eines Spots für Kopfschmerztabletten, eine kurze Dokumentation sowie der Spendenaufruf.

Das half: Bereits zwei Wochen nach Versand des Mailings bezifferte sich der Respons in Form von Spenden auf 9,5 Prozent. Auch die Juroren konnten sich der Wirkung nicht entziehen und wählten das Pillenmailing einstimmig auf Platz 1. Peter Georgi: „Sehr originelle Umsetzung über das Thema Pille als gelerntes Helferlein. Durch Nutzung der gelernten Mechanik (Pille hilft) wird eine Wirsamkeit des beworbenen Produktes – wie ich meine, wirksam – suggeriert.“

Der zweite Platz widmet sich der Hilfe, beziehungsweise der Heilung aus medizinisch-technischer Sicht: Der Hörgerätehersteller Phonak brachte das kleinste Hörgerät seiner Unternehmensgeschichte auf den Markt und wollte ihm zur Einführung eine möglichst große Bühne bieten. So wurde das Gerät im Mailing 1:1 abgebildet und wirkte gegenüber den Headlines klitzeklein. Doch nicht nur die Größe sorgte für Aufmerksamkeit der Kunden und Juroren, sondern auch die ausführliche Beschäftigung mit der Namensgebung. Henning Madea: „Wie bewirbt man ein Produkt, das eigentlich keiner möchte, obwohl es doch die Lebensqualität so erheblich erhöht? Durch Einfachheit und Normalität – gepaart mit einem Augenzwinkern. Kurzum: ohne viel Schnickschnack auf den Punkt! Phonak schafft es, die Hauptbotschaft klar und deutlich zu kommunizieren; sowohl textlich als auch visuell. Viel Erfolg!“

Kommentarlos auf Platz 3 schaffte es eine Kampagne, die sich wie ein Virus verbreiten sollte: „Es hat sich ausgedruckt!“ für Hewlett Packard Österreich. Weil das Budget klein war, wurde kurzerhand ein Kurzfilm gedreht, der wirkte, als sei er mit dem Handy aufgenommen. Es ging um einen Studenten, der völlig austickt und seinen alten Drucker zerstörte. Schließlich brauchte er einen triftigen Grund, um sich einen neuen HP-Drucker zu kaufen. Gepostet wurde das Filmchen auf allen zielgruppenrelevanten Social-Media-Plattformen. Angeklickt wurde es reichlich: Allein auf YouTube zählte der Spot fast 70.000 Views.

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Weitere Sieger 2009 2010

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