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ONEtoONE-Rundruf

Welche Chancen hat der E-Postbrief der Deutschen Post?

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Jürgen Gerdes in Aktion: Der Briefvorstand der Deutschen Post hat den E-Postbrief zur Chefsache erklärt (Foto: Deutsche Post DHL)

Mitte Juli bringt die Deutsche Post ihren Online-Brief auf den Markt. Unsere Fragen im ONEtoONE-Rundruf: Welche Chancen räumen Sie dieser Dienstleistung ein? Und: Werden Sie den E-Postbrief geschäftlich und auch privat nutzen?

Harold Wolf
Geschäftsführender Gesellschafter der E2Ma GmbH in Bad Homburg:

Alle Maßnahmen, die zu mehr Vertrauen und einer breiteren Nutzung des Mediums E-Mail führen, sind gute Maßnahmen. Wir denken, dass Online-Brief und De-Mail (von Telekom und United Internet) ein großer Erfolg werden, wenn auch Behörden und Banken das nutzen. Wir würden Online-Brief und De-Mail geschäftlich und teilweise auch privat gern anwenden und überlegen deshalb momentan, wie wir beide in unsere Dienstleistung einbinden können.

Dr. Christoph Stehmann
Vice President Northern Europe der Pitney Bowes Deutschland GmbH in Heppenheim:

Langfristig verspricht der elektronische Brief viele Einsparpotenziale für Großversender, er hat daher große Chancen am Markt. Allerdings müssen viele Empfänger zunächst die Voraussetzungen dafür erbringen. Die Frage ist, ob und wie Großversender ihre Kunden von den neuen Angeboten überzeugen können. Ich werde es privat ausprobieren, geschäftlich wiegen wir die Kosten und Nutzen ab, sobald die Informationen vorliegen.

Iris Gordelik
CEO der Gordelik AG in Buxtehude:

Es gilt das erste Kommunikationsgesetz: Der Sender ist dafür verantwortlich, dass seine Botschaft bei seinem Empfänger so ankommt, wie sie ankommen soll. Portosparen ist sicher eine feine Sache. Aber bis alle Empfänger, insbesondere Endverbraucher, bereit sind, das Medium für die Briefzustellung zu akzeptieren, das dürfte noch eine Weile dauern.

Sebrus Berchtenbreiter
Geschäftsführer der Promionet GmbH in Bonn:

Die Idee des sicheren Online-Briefs ist grundsätzlich gut, sie verschafft unserer Branche die verdiente Aufmerksamkeit. Die Umsetzung kommt aber zu spät. Denn auch wenn das Thema Datenschutz und E-Mail immer wieder aufpoppt – die Qualitätsanbieter arbeiten auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau. Das Vertrauen der Anwender ist da. Ob ein kostenpflichtiger Dienst die Gewohnheiten ändern wird? Ich bin skeptisch.

Horst Manner-Romberg
Geschäftsführer der MRU GmbH in Hamburg:

Der neue E-Postbrief kann ein Erfolg – sogar ein großer Erfolg – werden. Entscheidend dafür werden die Preisgestaltung und die Zusatzservices sein. Und vor allem die Benutzerfreundlichkeit. Geschäftlich und privat ist der neue Service für mich eine hervorragende Ergänzung. Aber ob der E-Postbrief auch ein kommerzieller Erfolg werden wird, ist noch offen.

Jan Möllendorf
Managing Partner der Defacto X GmbH in Erlangen:

Ich halte den sicheren Online-Brief grundsätzlich für eine sehr gute Idee. Es wird Zeit, dass man auch elektronisch eindeutige Adressen ansprechen kann. Neben dem Preis, der aus meiner Sicht sehr hoch ist, wird die Usability über die Akzeptanz durch die User entscheiden.

Mathias Seidler
Geschäftsführer der Netdialogs GmbH in Hamburg:

Der Online-Brief verbindet die Vorzüge des E-Mail-Verkehrs mit der Sicherheit des klassischen Briefs. Sicherlich hat der neue Service eine Chance, sich ein Stück vom Kuchen der Informationsdistribution zu ergattern. Ob dieses Stück am Ende dann satt macht, bleibt abzuwarten. Generell stehen wir solchen Neuerungen erst mal positiv gegenüber und sind neugierig. Ob sich der neue E-Postbrief dann bei uns in der Agentur durchsetzen wird, zeigt der Praxistest im Juli.

Horst Wagner
Vorstandsvorsitzender der Pixelpark AG in Berlin:

Grundsätzlich finde ich die Idee sehr gut. Auch wenn viele eingefleischte „Onliner“ dagegen wettern. Wirklich vertrauliche Korrespondenz jeder Art wird zu größten Teilen immer noch per Post versendet. Schafft es die Deutsche Post, diesen Paradigmenwechsel nachhaltig auf- und auszubauen, wird das Unternehmen eine ihrer wichtigsten Kompetenzen nicht nur verteidigen, sondern wird diesen auch ausbauen können. Wichtig ist nur, dass die Deutsche Post nicht einfach den Kanal wechselt, sondern auch die zusätzlichen Vorteile der Online-Kommunikation in erheblichem Maße nutzt.

Zusammengestellt von Martin Teschke

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