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Suchmaschinenmarketing

Vom Suchen, Finden und Gefundenwerden

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Die User finden sich im Web zum größten Teil noch über Suchmaschinen zurecht – in Zukunft könnte jedoch die "Suche ohne Suche" eine größere Rolle spielen (Bild: luxuz:. / photocase.de)

Trotz steigender Klickpreise boomt Keyword-Advertising weiterhin: Das Suchmaschinenmarketing verbucht die höchsten Investitionen in der Online-Werbung. Durch Kampagnenoptimierung locken nach wie vor „sensationell günstige Cost-per-Orders“. ONEtoONE wirft im „Thema des Monats“ einen Blick auf die aktuelle Lage im Markt.

Die Betreiber von Readwriteweb dürften nicht schlecht gestaunt haben, in jenen Tagen im Februar des vergangenen Jahres. Unter einem neuen Eintrag des US-Online-Branchen-Blogs häuften sich Kommentare im Stile von: „Wann kann ich mich einloggen?“, „Ich will doch nur auf Facebook“ und „Bitte gebt uns den alten Log-in zurück“ – und das waren noch die freundlicheren Aussagen. Was war geschehen?

Readwriteweb-Autor Mike Melanson hatte einen Artikel mit dem Thema „Facebook wants to be your true login“ verfasst. Er berichtete darin von der Möglichkeit, sich beim AOL Instant Messenger künftig mit dem Facebook-Konto anmelden zu können. Die Hauptaussage des Artikels: Facebook wolle „Haupt-Log-in“ für das Internet werden.

Der Artikel landete wegen des Renommées von Readwriteweb bei Googles Suchergebnissen offenbar innerhalb kurzer Zeit auf dem ersten Platz für die Suche nach „Facebook Log-in“. Tausende von Usern klickten den Artikel an, weil sie hofften, auf diese Weise zur Anmeldemaske von Facebook zu gelangen. Viele erkannten noch nicht einmal, dass sie auf einer anderen Seite gelandet waren, und reagierten mit Verärgerung.

Duden nimmt „googeln“ auf

Die Anekdote zeigt: Eine Großzahl der Internetnutzer gibt heute gar nicht mehr Links direkt in die Browserzeile ein. Google ist für viele der Startpunkt ins Web geworden. Das Wort „googeln“ wird mittlerweile synonym für die Internetsuche generell verwendet und hat sogar Aufnahme in den Duden gefunden. Weltweit dürften acht von zehn Online-Suchen über Google durchgeführt werden, in Deutschland liegt die Zahl sogar noch leicht höher.

Das zahlt sich für den Suchmaschinenbetreiber aus: In der Werbevermarktung legt Google nach wie vor zu. 29,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und 8,5 Milliarden US-Dollar Gewinn erzielte der Web-Gigant im vergangenen Geschäftsjahr – den Großteil mit Suchwortvermarktung, wie auch Google-Deutschlandchef Stefan Tweraser gegenüber ONEtoONE erklärt. Keiner verdient im Web so viel Geld wie das Unternehmen aus Mountain View.

Das Suchwort-Werbeprodukt Adwords bildet die Grundlage aller Erfolge von Google. In Deutschland werden in diesem Jahr nach einer Prog-nose des Online-Vermarkterkreises erstmals mehr als zwei Milliarden Euro für die Suchwortvermarktung ausgegeben. In den vergangenen Jahren zog Google hierzulande Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der landesweiten Online-Werbegelder auf sich.

Obwohl der Markt überwiegend von einem Anbieter bestimmt ist, ist Suchmaschinenmarketing (SEM) laut Georg Röben in den vergangenen Jahren sehr viel aufwändiger geworden. Heute unterscheidet man generell zwischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) und „Search Engine Advertising“ (SEA), also der Keyword-Werbung. Röben ist Marketingleiter bei Jochen Schweizer. Das Unternehmen verkauft beispielsweise Fallschirmsprünge, Helikopterflüge und Fahrten in einem Formel-eins-Wagen – auch im Web. Die Anfänge des deutschen Suchmaschinenmarketing hat Röben an anderer Stelle miterlebt. Im Jahr 2001 stieg er als Berater bei der Dialogmarketing-Agentur Graffiti New Media ein, die B-to-B-Kampagnen für das Unternehmen Goto.com entwickelte. Röben beschäftigte sich deswegen schon früh mit dem Thema: Aus Goto.com wurde später das Unternehmen Overture, das dann von Yahoo übernommen wurde und den Grundstock des dortigen Suchmaschinenmarketings bildete. Heute hat Google die anderen Wettbewerber zum allergrößten Teil weit hinter sich gelassen.

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Zeit: 25.07.2011