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Studie: De-Mail mit Startschwierigkeiten

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Christoph Stehmann, Geschäftsführer Pitney Bowes Deutschland

Das Projekt Bürgerportale der Bundesregierung kommt nicht so recht in Schwung. Eine von Pitney Bowes in Auftrag gegebene Studie räumt Systemen wie De-Mail, die zum Austausch rechtsgültiger elektronischer Dokumente eingesetzt werden sollen, zwar hohe Erfolgschancen ein. Die meisten Befragten würden De-Mail allerdings derzeit nur für unkritische Kommunikationsprozesse einsetzen.

Pitney Bowes befragte für die Studie 100 Unternehmen in Baden-Württemberg, bei denen De-Mail aktuell als Pilotprojekt läuft. Grund dafür, dass die Unternehmen das System derzeit nicht für zentrale Abläufe einsetzen, sei, so das Ergebnis, die Rechtssicherheit. Wäre De-Mail rechtlich dem Brief gleichgestellt, würden 70 Prozent der Befragten das System benutzen. Vorbehalte existieren bei 82 Prozent aber auch aufgrund der Datensicherheit. Besonders kritisch wurde der nicht für alle Bevölkerungsgruppen gewährleistete Zugang zu einem System wie De-Mail gesehen, so dass alternativ weiterhin Briefpost angeboten werden müsste. Zusätzlich sind 60 Prozent der Befragten nicht davon überzeugt, dass Unternehmer und Verbraucher alte Gewohnheiten ändern würden, solange die traditionelle Briefzustellung reibungslos funktioniere. Knapp zwei Drittel glauben außerdem nicht, dass Anwender ein kostenpflichtiges System freiwillig nutzen würden. Eine schnelle Marktdurchdringung von De-Mail sei deshalb nicht zu erwarten.

„Trotz allgemein großer Zustimmung zu einem System wie De-Mail gibt es zahlreiche Hürden für eine schnelle Marktdurchdringung. Es sind derzeit noch zu viele Punkte ungeklärt“, sagt Christoph Stemann, Geschäftsführer von Pitney Bowes Deutschland. So würden die Befragten zum jetzigen Zeitpunkt das System nicht für zentrale Prozesse in der internen und externen Unternehmenskommunikation wie für Verträge sowie Rechnungen einsetzen. Gerade für die verbindliche externe Kommunikation würde das System von vielen als noch nicht geeignet angesehen werden. „Die Studienergebnisse zeigen, dass es in den nächsten Jahren eine Übergangsphase geben wird, in der verschiedene Kommunikationskanäle parallel bedient werden müssen“, sagt Stemann und fügt hinzu, „Unternehmen und Behörden brauchen deshalb Lösungen sowohl für den klassischen als auch für den digitalen Kanal.“

Pitney Bowes ist im Bereich Post- und Dokumentenbearbeitung tätig und hat laut Unternehmensangaben einen Jahresumsatz von rund 6,3 Milliarden US-Dollar. 35.000 Mitarbeiter liefern Technologie, Service und Innovationen an mehr als zwei Millionen Kunden weltweit. (sl)

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