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Rich-Media-Banner

Skype experimentiert mit Werbung

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Skype schielt mit dem neuen Werbeformat auf Gelder aus den Branding-Töpfen der großen Unternehmen (Screenshot: Skype.com)

Der Internet-Telefonie-Dienst Skype will eine neue Erlösquelle erschließen: Erstmals schaltet das Unternehmen Werbung innerhalb seiner Software – in den USA, Großbritannien und Deutschland. Für den Vertrieb sorgen nationale Vermarkter: in den USA Meebo, in Großbritannien Ad-2-One und in Deutschland Ströer Interactive. Zu den ersten Unternehmen, die das Format buchen, gehören in Deutschland laut Ströer Volkswagen, The Walt Disney Company und Nokia. Skype nennt außerdem Groupon, Universal Pictures und Visa.

Zunächst will Skype nur eine Werbefläche vermarkten: im Home-Bereich auf der Startbildschirm der Software. Dort können Werbekunden direkt unterhalb der Navigationselemente grafische Werbung im Masthead-Format (650 mal 179 Pixel) buchen. Laut eigenen Angaben will Skype zunächst eine Anzeige von einer Marke pro Tag einblenden. Der deutsche Vermarktungspartner Ströer spricht von einem Home-Takeover als Tagesexklusivplatzierung. Der Banner soll bis auf 650 mal 340 Pixel erweiterbar sein und auch Audio und Video enthalten können. Da bei Skype-Nutzern die Wahrscheinlichkeit höher sein dürfte, dass diese den Lautsprecher ihres Rechners auf laut gestellt haben oder sie einen Kopfhörer tragen, könnte Rich-Media-Werbung hier ein höheres Potenzial aufweisen als im stationären Internet.

Laut einem Skype-Blog-Eintrag kann die Werbung mit Targeting auf Basis demographischer Daten (Ort, Geschlecht und Alter) ausgeliefert werden. Der User kann diese Funktion jedoch in den Datenschutz-Einstellungen des Programms deaktivieren. Zudem können die User die Anzeigen über Facebook und Twitter mit anderen Nutzern teilen und sie per Klick auf eine „Close Ad“-Schaltfläche schließen.

Skype verzeichnete eigenen Angaben zufolge im vierten Quartal des Jahres 2010 rund 145 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Zu Spitzenzeiten werde der Dienst von 29 Millionen Menschen gleichzeitig genutzt. Über die Software können Nutzer über eine Internet-Verbindung kostenlos miteinander telefonieren. Erweiterte Funktionen wie das Anrufen von Festnetz- und Mobiltelefonen oder der SMS-Versand sind kostenpflichtig. Im Oktober 2009 hatte Skype außerdem einen „Click-to-Call“-Service für Unternehmen eingeführt, durch den in Online-Verzeichnissen gelistete Firmen es Verbrauchern ermöglichen, sie mit einem Klick anzurufen. Die Gesprächskosten übernimmt die werbende Firma. Laut der „FAZ“ stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), den Skype mit seinen gesamten Services im ersten Halbjahr 2010 erwirtschaftete, um 53,9 Prozent auf 115,8 Millionen Dollar.

Nun sollen Einnahmen aus Werbung innerhalb der eigenen Software hinzukommen. Offenbar will das Unternehmen hier aber behutsam vorgehen, um die Nutzer nicht zu verärgern. „Für Skype hat die Anwendererfahrung immer erste Priorität. Darum haben wir uns lange damit beschäftigt, welche Art von Werbung eine positive Erfahrung für unsere Nutzer darstellt – immer in Verbindung damit, wie sie Skype nutzen“, sagte Doug Bewsher, Chief Marketing Officer von Skype. „Wir machen gerade die ersten Schritte in diesem Bereich und erwarten, dass wir viel testen und lernen werden. Wir sind überzeugt davon, dass Werbung – auf die richtige Art und Weise betrieben – zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen kann, ohne die Anwendererfahrung zu beeinträchtigen.“ (re)

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Zeit: 08.03.2011