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Gastbeitrag von Philipp von Stülpnagel

SEO für Googles neuen Look: Alter Wein in neuen Schläuchen

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Philipp von Stülpnagel

Vor wenigen Tagen hat der Suchprimus Google die Darstellung seiner Ergebnisseite überarbeitet. Zentral platzierte Suchhilfen und eine neugestaltete Benutzeroberfläche sollen es dem Nutzer leichter machen, die für ihn relevanten Informationen zu finden. Welche Folgen haben diese Veränderungen für Unternehmen und Web-Anbieter, die mit ihren Seiten gefunden werden wollen? In einem Gastbeitrag gibt Philipp von Stülpnagel, Leiter des Arbeitskreises Suchmaschinenmarketing im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und Geschäftsführer der Agentur Sumo, seine Einschätzung der Konsequenzen für den Bereich Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Google verändert sich. Laufend. Für SEOs sind ständige Umgestaltungen in den Google Suchergebnissen zur Regel geworden, seit vor rund zweieinhalb Jahren erste Universal-Search-Bestandteile integriert wurden.

Nun hat Google das Design seines wichtigsten Produktes aufgefrischt, was naturgemäß zu einem lauten Echo in der Medienlandschaft geführt hat: Schließlich besucht fast jeder Internetnutzer diese Seite täglich und auch die Google-Aktionäre werden diese Änderungen mit großer Aufmerksamkeit verfolgen, stellen doch die Anzeigen auf den Suchergebnisseiten Googles wichtigste Einnahmequelle dar. Insofern ist es nur verständlich, wenn Google mitteilen ließ, dass das neue Design im Vorfeld – Google-untypisch – ausführlich von einer Vielzahl an Nutzern getestet und optimiert worden sei.

Verändertes Nutzerverhalten könnte sich auf SEO auswirken

Doch wie sind die Auswirkungen auf SEO? Die Rankings haben sich durch die optische Neuausrichtung zunächst einmal nicht geändert. Dennoch sollten SEOs sich mit den Veränderungen genau auseinandersetzen, denn sie können zumindest teilweise zu einem veränderten Nutzerverhalten in den Google Suchergebnissen führen und somit indirekt SEO beeinflussen.

Am auffälligsten ist sicherlich die neue Dreiteilung der Suchergebnisse, die durch die Hinzunahme einer sich je nach Keyword veränderten Menü-Leiste links neben den Suchergebnissen entstanden ist. Durch diverse Eyetracking-Untersuchnungen ist bekannt, wie stark der obere linke Bereich wahrgenommen wird. Die verstärkte Nutzung dieser vertikalen Suchen (Bilder, Videos, News, Shopping etc.) wird somit eine erste logische Folge der Designanpassung sein. Für SEOs bedeutet das, noch mehr denn je diese Bereiche in ihrer Arbeit zu berücksichtigen – und sei es zunächst auch nur, gegenüber dem Webseitenbetreiber Überzeugungsarbeit zu leisten, einen entsprechenden Content auf seiner Webseite überhaupt erstmal zur Verfügung zu stellen.

User werden erweiterte Funktionen nur selten nutzen müssen

Ob die weiteren Suchoptionen in der Sub-Navigationsleiste, wie z.B. die zeitliche Eingrenzung der Ergebnisse oder die Einschränkung bei den Usern wahrgenommen und auch entsprechend häufig genutzt werden, darf hingegen bezweifelt werden. Letztendlich sollen alle diese Suchoptionen das bereits erstellte Suchergebnis weiter einschränken. Dies wird nur dann notwenig sein, wenn der Nutzer in den „normalen“ Suchergebnissen nicht die gewünscht Qualität vorfindet. Dank der verstärkten Integration von Universal Search und der Erfahrung, die Google über das Verhalten seiner User gewonnen hat, wird dies jedoch immer seltener der Fall sein. Hinzu kommt, dass auch die Nutzer ihr Suchmotiv immer besser durch eindeutige Keywords artikulieren („Fahrrad online kaufen“ anstatt „Fahrrad“), wodurch es Google wiederum möglich ist, passgenaue Suchergebnisse zu liefern.

Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass durch die Veränderungen die Optimierung von Universal Search Elementen an Bedeutung weiter zunehmen wird. Für professionelle SEOs bedeutet dies sicher keine große Umstellung in ihrer täglichen Arbeit, gehörte eine Optimierung dieses Bereiches doch bereits seit einiger Zeit zu ihrem Aufgabenspektrum. Für Neueinsteiger wird sich die Materie jedoch weiter verkomplizieren, denn grundlegende Umstellungen im On-Page-Bereich werden in ihrer Wirkung immer geringer werden.

Über den Autor:

Philipp von Stülpnagel ist Geschäftsführer und Mitinhaber der Kölner SEO-Agentur Sumo. Vorherige Stationen seiner Karriere waren die West LB und die Stadtsparkasse Köln. Seit dem Jahr 2006 leitet von Stülpnagel außerdem den AK Suchmaschinenmarketing im BVDW.

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