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E-Book-Nutzung

Rundruf: Lesen Sie Bücher digital?

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Wird bei der heranwachsenden Generation das abendliche Schmökern unter der Bettdecke fast nur noch auf einem E-Book-Reader stattfinden? Amazon will eine solche Entwicklung offenbar mit diesem Pressebild andeuten

Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom aus dem vergangenen Oktober lesen acht Millionen Deutsche bereits Bücher digital. Gerade erst haben die Buchhändler Thalia, Weltbild, Hugendubel sowie Club Bertelsmann gemeinsam mit der Deutschen Telekom den Reader Tolino vorgestellt, mit dem sie die E-Book-Nutzung weiter pushen und verhindern wollen, dass der Markt zu großen Teilen an Amazon und Apple geht. Für den April-Rundruf hat ONEtoONE bei Branchenvertreter nachgefragt, ob und wie sie schon Bücher digital lesen.

Michael Samak, Saatchi & Saatchi, Frankfurt am Main
Ich bin wohl das, was man einen „Hybrid-Nutzer“ nennt. Fachliteratur bestelle ich nach wie vor in Buchform. Die Begründung ist recht banal: Ein echtes Buch steht in meiner Bibliothek oder in meinem Regal im Büro und ist dort jederzeit griffbereit und sichtbar – ein schnelles Nachschlagewerk, das die Arbeit erleichtert. Anders verhält es sich allerdings mit Unterhaltungsliteratur. Für mich ist das iPad – wie für viele Kreative bei Saatchi & Saatchi – mein ständiger Begleiter. Daher kaufe ich seit etwa drei Jahren Literatur zur ‚leichten Unterhaltung‘ ausschließlich über iBooks.

Harry Wassermann, SNT Deutschland, Frankfurt am Main
Ich persönlich lese noch keine E-Books. Mir würde es fehlen, ein Buch in der Hand zu halten, die Seiten umblättern, einen Umschlag anzuschauen etc. Bücher, die ich gelesen habe, hebe ich auch gerne auf oder schenke sie weiter. Im Übrigen habe ich den ganzen Tag entweder ein Handy oder iPad in der Hand. Abends oder in der Freizeit möchte ich dann zum Lesen lieber ein „altmodisches“ Buch in der Hand halten. Das gibt mir mehr das Gefühl von Entspannung, Freizeit oder Urlaub. Oft kaufe ich mir Bücher und komme nicht direkt dazu, sie auch zu lesen. Die stehen dann im Regal, ich kann sie ansehen und mich auf das Lesen freuen. All dies würde mir beim E-Book fehlen.

Stephan Horvath, Draftfcb, München
Ich bin beruflich viel unterwegs. Wenn ich auf meinen vielen Dienstreisen dazu Zeit finde, nutze ich gerne ein paar freie Minuten, um mich mit einem guten iBook zu entspannen, das auf meinem iPad immer „griffbereit“ ist. Derzeit haben es mir die englischen Originalfassungen von Michael Crichton besonders angetan. Beruflich halte ich mich ebenfalls mit digitalen Fachinformationsdiensten und Fachmagazinen auf dem Laufenden.

Alexander Ewig, Wunderman, Frankfurt am Main
Gerne alles digital. Filme, Bilder und Musik. Jederzeit und überall verfügbar: aus der Cloud, auf jedem Device. Außer Bücher. Diese brauchen Eselsohren, Knicken und Kaffeeflecken.

Klaus Ahrens, Pilot, Hamburg
Generell nutze ich Tablets und kein E-Book. Ich bevorzuge ein Gerät für sämtlichen digitalen Content. Auf dem Nachttisch oder im Strandkorb kommt aber unverändert das Paperbook zum Einsatz, das unterstreicht nochmal den Freizeitcharakter.

Thomas Dreikauss, Attensity Europe, Saarbrücken
E-Books lese ich nicht immer, aber immer öfter. Ein Buch am Kaminfeuer oder auf der Veranda zu lesen, liebe ich zwar nach wie vor sehr, aber E-Books sind praktisch, vor allem dann, wenn ich unterwegs bin. Ich habe auf meinem Tablet immer mehrere digitale Bücher dabei und kann deshalb genau das digitale Buch auswählen, auf das ich gerade Lust habe – oder unterwegs zu jeder Uhrzeit ein E-Book kaufen. Und nicht zuletzt kann ich kann Gedanken einfügen, sie schnell wiederfinden und manchmal auch einfach wieder löschen.

Sascha Martini, Razorfish, Frankfurt am Main
Ich lese auch lange Texte unterschiedlichster Sujets digital und bin überzeugt, dass Reader wie der Kindle und andere Devices eine Zukunft haben. Von einem Buch würde ich dabei aber auch dann nicht sprechen, wenn ich einen Roman digital gelesen habe. Denn das  Buch zeichnet sich für mich dadurch aus, dass man am Ende den Deckel zuklappen kann und das ist etwas tolles. Auf meinem Smartphone höre ich ja auch Musik und keine Schallplatte.

Dirk Beckmann, Artundweise, Bremen
Ich lese Romane fast nur noch digital. Sie sind perfekt für iPhones, iPads und all die anderen Geräte. Und ich habe sie immer dabei. Anders ist es bei anspruchsvollen Sachbüchern. Kaum ein Verlag hat es geschafft, attraktive Sachbücher zu entwickeln. Meist nur ein billiger, digitaler Abklatsch ohne Format. 

Olav A. Waschkies, Managin Director von Pixelpark Köln
Ich lese Bücher inzwischen auf meinem iPad fast ausschließlich digital. Vor allem im Urlaub ist schön zu wissen, dass man kein Übergepäck mehr durch die Urlaubslektüre hat, bzw. in die Notsituation kommt, alles „ausgelesen“ zu haben. Sollte letzteres passieren, gibt ja immer und überall wo man ins Netz kommt literarischen Nachschub.

Felix Stöckle, Landor Associates, Hamburg
Ja und nein. Im Urlaub einen E-Reader mit an den Strand oder auf's Boot nehmen? Auf keinen Fall. Macht keinen Spaß. Der potenzielle Verlust durch Diebstahl oder ein unbeabsichtigtes Überbordgehen wäre zu schmerzlich. Außerdem sind mein iPad und die Sonne keine Freunde. Aber für ein Fachbuch ist der E-Reader unschlagbar. Wichtige Passagen und Zitate lassen sich einfach markieren, verwalten und wieder finden. Hier liefert der E-Reader für mich echten Mehrwert.

Peter Krause, Triplesense, Frankfurt
E-Books kaufe ich bei bei Amazon und spiele sie über die Kindle-App direkt auf meine Apple-Geräte. Das ist praktisch: Für einen separaten E-Reader ist kein Platz mehr in meinen Taschen, aber irgendein Apple-Device habe ich immer dabei – und damit auch meine aktuelle Literatur. Zudem bieten iPad und iPhone bereits alle Features, die ich benötige. Besonders schätze ich die Markierungsfunktion und die automatische Synchronisierung der Kindle-App: Wenn ich unterwegs auf dem iPhone ein paar Seiten gelesen habe, kann ich abends zuhause auf dem iPad an der gleichen Stelle fortfahren. Als E-Book lese ich meist nur Fachliteratur – die Unterhaltung genieße ich als Hörbuch. Natürlich auch wieder über das iPhone.

Andreas Liehr, Huth + Wenzel, Frankfurt am Main
Ja, in Sachen E-Books ist das Kindle Paperwhite mein klarer Favorit– obwohl ich meine iOS-Geräte sehr schätze. Das Display ist gestochen scharf und schont die Augen, die Batterielaufzeit ist nahezu endlos und dank kostenloser 3G-Verbindung kann ich problemlos von überall neue Bücher bestellen. Aktuell lese ich zwei E-Books: Das Sachbuch „Thinking, Fast and Slow“ von Daniel Kahneman und den Roman „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce. Beide sehr zu empfehlen! Gerade wenn man mehrere Bücher gleichzeitig liest, bietet das digitale Lesen viele Vorteile: So merkt sich das Gerät, auf welcher Seite ich war. Das ist auch dann praktisch, wenn man die Lektüre unterbrechen muss. Außerdem habe ich plötzlich wieder Platz im Koffer, seitdem ich einen E-Book Reader nutze. Und ein weiterer Pluspunkt: Ich kann im Bett lesen, ohne meine Partnerin durch die Nachttischlampe wach zu halten.

Sebrus Berchtenbreiter, Promio, Bonn
Digitale Bücher sind eine tolle Erfindung und besonders praktisch wenn man viel unterwegs und auf leichtes Gepäck angewiesen ist. Ich selbst verwalte alle meine sonst so schweren Hardcover-Ausgaben seit einiger Zeit zusammen mit vielen anderen digitalen Medien auf meinem Tablet. Für mich bietet es den Vorteil, dass ich jederzeit und überall beruflich und privat Dinge erledigen und mich im nächsten Moment entspannt zurück lehnen kann, um ein bisschen in einem Roman zu schmökern. Und das alles mit ein und demselben Endgerät. Natürlich haben spezielle E-Book-Reader besondere Vorteile, allerdings glaube ich, dass sich der Markt zwischen diesen beiden Endgeräten aufteilen wird. Je nach Gebrauch werden sich die meisten zwischen einem Reader und einem Tablet entscheiden, denn beides ergänzt beispielsweise das Smartphone um nützliche Funktionen. Nur die wenigsten sind allerdings bereit mehr als zwei mobile Endgeräte zu finanzieren, transportieren und zu verwalten.

Thomas Semmler, Namu PR, Hannover
Ja, ich lese regelmäßig Bücher, und zwar auf einem E-Book-Reader. Im wesentlichen handelt es sich um Belletristik und Sachbücher. Der Vorteil ist, dass ich mit dem Reader viele Bücher bei wenig Gewicht dabei haben kann und so jederzeit freie Auswahl habe. Ich lese auf ihm zumeist in der Freizeit oder auf Reisen.

Bastian Scherbeck, We Are Social, München
In meinem Berufsalltag dreht sich alles um digitale Medien mit dem Schwerpunkt auf das Social Web – da könnte man vermuten, dass ich auchv eine hohe Affinität zu digitalen Büchern habe. Das ist auch richtig – allerdings beschränkt sich meine Nutzung des E-Book Readers in der Regel auf das Lesen von Fachbeiträgen / Fachbüchern. Romane lese ich, wenn ich mir einmal die Zeit nehme, primär doch noch als klassisches Buch – das ist auch ein bewusster Ausgleich zum ansonsten alles beherrschenden „Digitalen“. Das könnte sich ändern, wenn E-Books konsequent die Möglichkeiten Ihres Mediums ausnutzen und damit mehr sind als reine PDF-Varianten des klassischen Buches – hier ist noch Vieles möglich und wird meiner Meinung nach noch viel zu wenig ausprobiert.

Marc Frey, Conrad Caine, München
Bücher digital zu lesen ist für mich die zeitgemässe Form, dieses Medium zu nutzen. Gerade die Möglichkeit, eine enorme Vielfalt von Büchern stets auf meinem iPad parat zu haben, ist für mich ein unschlagbarerer „Wettbewerbsvorteil“ gegenüber der Druckausgabe. Ausserdem ist es großartig, wenn ich überall und jederzeit, neue Bücher online kaufen und sofort mit dem Lesen beginnen kann.

Sonja Feldmeier, Dot Communications, München
Vielleicht ist es eine Frage der Best Ager-Zielgruppe, aber: Ich liebe das haptische Bucherlebnis mit Schmökern, Vor- und Zurückblättern, Umknicken und der Dokumentation des Lese-Ergebnisses über das Wandern des Lesezeichens. Digitales Lesen heisst für mich Lean-Forward und ist damit den E-Papers von Zeitungen und Zeitschriften auf dem Tablet vorbehalten.

Niels Delater, Spectos, Dresden
Ich habe mir grundsätzlich angewöhnt beides zu nutzen. Ich bin viel mit dem Flieger unterwegs, da eignet sich ein E-Book viel besser als zehn Taschenbücher im Handgepäck. Zu Hause lese ich aber meistens noch Bücher. Auch wenn mein Sohn inzwischen ein iPad besitzt, ist es trotzdem schön mit ihm zusammen die Abenteuerbücher per Hand durchzufilzen.

Dieser Rundruf erschien zuvor in gekürzter Fassung in ONEtoONE Ausgabe 04/13.

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Zeit: 25.03.2013