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Online-Küchenhändler Kiveda will ab 2014 Gewinn machen

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Die Werbespot-Protagonisten haben nicht bei Kiveda bestellt und warten wochenlang auf ihre Küche

Der Online-Küchenhändler Kiveda will Verbraucher zum Online-Kauf erziehen und das Internet als Hauptvertriebskanal für das hochpreisige und beratungsintensive Produkt Küche etablieren. Das Unternehmen ist seit dem vergangenen Dezember am Markt. „Aktuell verkaufen wir bereits mehrere hundert Küchen pro Monat“, so Michael Börnicke, CEO des Online-Küchen-Shops. Der 53-Jährige war vor Kiveda beim Luxusmode-Unternehmen Escada für die Finanzen und Neuausrichtung verantwortlich, davor Chef des Bezahlsenders Premiere (heute Sky).

Nun will Börnicke mit Kiveda den Küchenmarkt aufmischen. Hauptanteilseigner an Kiveda ist die European Media Holding. Die restlichen Anteile halten Holtzbrinck und das Kiveda-Management. Seine Ware beziehe Kiveda von der Alno- sowie von der Nolte-Gruppe, so Börnicke. „Damit können wir alle relevanten Küchenprodukte zwischen 650 Euro bis 15.000 Euro anbieten.“ Im High-End-Segment ist Kiveda laut Börnicke nicht aktiv.

20-köpfiger Außendienst

In kürzester Zeit hat das Unternehmen eine Belegschaft von 65 Mitarbeitern aufgebaut. Aktuell verkaufe Kiveda noch deutlich mehr als die Hälfte der Küchen über einen Außendienst, sagt Börnicke. Die bundesweit etwa 20 Kundendienst-Mitarbeiter hätten das Planungssystem Carat auf ihren Rechnern, besuchen die Kunden zu Hause und könnten dort gleich einen Vertrag abschließen. „Küchen bis 3.000 oder 4.000 Euro, die einigermaßen standardisierbar sind, kann man online verkaufen. Für alles darüber setzen wir den Kundendienst ein“, so der Kiveda-Chef.

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Michael Börnicke, will mit Kiveda mittelfristig 100 Millionen Euro umsetzen

Das Unternehmen unterhält außerdem zwei Showrooms: in Berlin sowie in einem Hagebau-Markt westlich von München. Möglicherweise kommen weitere hinzu, der Vertriebsschwerpunkt soll jedoch weiterhin auf dem Internet liegen. Dass im Moment die Abschlüsse durch den Außendienst überwiegen, habe Börnicke nicht anders erwartet. „Online muss sich als Kanal für den Küchenkauf erst einmal etablieren – das wird sicherlich ein bis zwei Jahre dauern.“

Aufbauarbeit will Kiveda dabei zunächst mit TV-Werbung leisten. „Wir sind nach dem Zalando-Modell eine Partnerschaft mit dem Venture-Zweig von Pro-Sieben-Sat1 eingegangen“, so der Firmenchef. Branchenspekulationen zufolge hat Zalando von der Sendergruppe Werbeplätze gegen eine Umsatzbeteiligung oder Unternehmensanteile erhalten. Welches Modell bei Kiveda zum Einsatz kam, will Börnicke nicht sagen. Der Gegenwert des gesamten Brutto-Media-Volumens betrage jedoch rund fünf Millionen Euro. In den vier von der Agentur Neverest produzierten Werbespots (bislang sind zwei bekannt) steht eine Familie im Mittelpunkt, die eine Küche auf dem traditionellen Weg bestellt hat und deswegen wochenlang auf warmes Essen verzichten muss.

Im kommenden Jahr will Börnicke das Marketingbudget stärker in Richtung Online und Print umschichten. Im Online-Marketing arbeitet Kiveda mit der Bremer Agentur 42 Digital zusammen. Bei Google liegt Kiveda mit Begriffen wie „Küche online“ und „Küche kaufen“ bereits ganz vorn. „Mir ist es wichtig, dass wir mit allem, was wir tun, den Kunden ins Internet führen“, sagt Börnicke. „Unser Geschäftsmodell ist Online, und alles, was wir außerhalb von Online tun, soll nur dafür sorgen, dass die Kunden zu uns ins Internet kommen.“

15.000 Verkäufe pro Jahr angepeilt

Anspruch sei es, Kiveda zu einem der wichtigen Player im gesamten Online-Küchenverkauf, aber auch dem Direktverkauf zu machen – „und das nicht nur in Deutschland, sondern auch international“. Nach Börnickes Einschätzung beläuft sich das Umsatzvolumen des Küchenmarktes auf zehn Milliarden Euro. „Pro Jahr werden zwischen 1,6 und 1,7 Millionen Küchen verkauft.“ Kivedas erstes Zwischenziel sei es, ein Prozent Marktanteil zu erreichen. „Dafür müssen wir jährlich 15.000 Küchen verkaufen.“ Dieses Ziel will Börnicke zwar noch nicht im Startjahr erreichen. 2014 soll Kiveda aber schon profitabel werden.

Außer mit Stationärhändlern dürfte Kiveda dabei vor allen Dingen mit der Otto Group konkurrieren. Deren Tochter Küche & Co verkauft über Otto, Baur und Schwab Einbauküchen und betreibt unter eigenem Namen ein Franchise-Modell. Mit der Marke DYK360 („Design your Kitchen“) will das Unternehmen jüngere Zielgruppen erreichen und verkauft bereits seit 2009 im Internet. Im vergangenen Jahr hat sich DYK360 aber mit dem Elektrohändler Euronics auch einen Stationärpartner gesucht. (re)

Dieser Artikel erschien zuvor in ONEtoONE Ausgabe 10/13.

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