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Arcandor in der Insolvenz

Mailing-Aktion: Otto nutzt Quelle-Daten

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Der Ausverkauf ist in der Schlussphase

Quelle-Kunden dürfte rechtzeitig zu Weihnachten ein Mailing aus dem Hause Otto in den Briefkasten flattern. Der Hamburger Versandhändler nutzt damit zumindest einen Teil der acht Millionen Adressdaten, die er mit dem Kauf der Marke Quelle erworben hat, für die Bewerbung eigener Produkte.

Im Zuge der Insolvenz des Arcandor-Konzerns hatte Otto für die Marke Quelle und das Russland-Geschäft von Quelle nach Angaben von Arcandor-Insolvenzverwalter Dr. Klaus Hubert Görg in einem offenen Bieterverfahren 65 Millionen Euro bezahlt. Zeitungsberichten zufolge soll Otto in etwa doppelt so viel geboten haben wie der nächste Interessent.

„Bei der gesamten Primondo-Gruppe haben wir den Restrukturierungsaufwand als zu hoch eingeschätzt“, sagte Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto Group, im Gespräch mit ONEtoONE. Besonders die insgesamt 17 Landesgesellschaften von Quelle seien für Otto interessant gewesen – allen voran Russland und Österreich. Da Quelle Russland 170 Millionen Euro Umsatz im Jahr erwirtschafte und Otto dort gut 200 Millionen umsetze, sei der Kauf interessant gewesen. Bei Quelle Österreich sei das anders gewesen. Otto sei dort zu stark vertreten. Weil kein Investor gefunden wurde, musste Quelle Österreich mittlerweile Insolvenz anmelden.

„Wir wollten die Marke Quelle auch sichern, damit sie nicht in andere Hände fällt“, sagte Konzernsprecher Voigt zur Begründung für den Kauf der Markenrechte. Otto prüfe nun drei Optionen: Man könne mit der Marke auf bestehende Angebote der Otto Group hinweisen, man könne unter der Marke Quelle eigene Sortimente entwickeln, und man könne für die Eigenmarken Lizenzen vergeben.

Wie auch immer sich der Konzern entscheidet: Zunächst einmal will Otto die angemieteten Adressdaten nutzen, um über die unterschiedlichen Otto-Töchter die jeweils passenden Quelle-Kunden mit Katalogen, Flyern und Aktionsmailings anzusprechen. Voigt wies ausdrücklich darauf hin, dass Otto dabei strikt die Vorgaben des Datenschutzes beachte. Die Adressen seien zur „einmaligen Verwendung“ angemietet worden. Das bedeute auch, dass der Kunde vielleicht dreimal angeschrieben werde. „Aber erst, wenn der Quelle-Kunde reagiert, sehen wir den Kunden“, so der Otto-Sprecher. Dann entstehe ein Neukundenkontakt. Bei den angemieteten Adressen handele es sich um Namen, Adresse und ein kennzeichnendes Merkmal. So sensible Kundendaten wie Kontonummer, Telefonummer, E-Mail-Adresse oder Kaufhistorie dürften bekanntlich nicht weitergegeben werden.

Unterdessen kommt der Ausverkauf von Primondo, der Versandhandelstochter von Arcandor (ehemals Karstadt Quelle), Stück für Stück voran. So übernimmt Walter Services die Quelle-Call-Center in Cottbus und Emden. Der Teleshopping-Sender HSE 24 geht an die Beteiligungsgesellschaft Axa Private Equity. Und Küchen-Quelle hat die private Inves-torengruppe Franken um die Unternehmer Alexander Fackelmann und Hannes Streng für sich gewinnen können. Die Marke Karstadt Quelle Versicherungen, eine Tochter der Ergo Gruppe, verschwindet hingegen vom Markt. Der Direktversicherer Karstadt Quelle Versicherungen wird in Ergo Direkt Versicherungen umbenannt. (te)

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