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New-TV-Kongress

Hybrid-TV erklimmt den Fernsehhimmel

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Keynote-Speaker Rahul Chakkara von der BBC (Foto: Nicola Rübenberg)

Beim zweiten New-TV-Kongress von Hamburg@work stand das Thema Hybrid-TV und wie sich damit Geld verdienen lässt im Fokus. Nach Ansicht von Jan Wendt, Geschäftsführer von Media Management Hamburg, kann Deutschland in Sachen New TV eine Vorreiterrolle zugeschrieben werden. Dr. Alexander Henschel, Managing Director von Goetzpartners Management Consultants, ist da hingegen ganz anderer Meinung.

Knapp 200 Teilnehmer waren beim Kongress im Hamburger Millerntor-Stadion dabei. Rahul Chakkara von der BBC eröffnete die Veranstaltung mit seiner Keynote über Fernsehtrends und Veränderungen des Markts aus globaler Sicht. Gleichzeitig veranschaulichte er das Thema unter anderem mit Einblick in den BBC iPlayer, an dessen Entwicklung er als Kreativchef maßgeblich beteiligt war. Die Internetplattform, die es bislang nur in Großbritannien gibt, ermöglicht den Zugriff auf das TV- und Radioprogramm der BBC und ist über Internet, Fernsehen, Spielekonsolen sowie über mobile Endgeräte abrufbar.

Für Robert Seeliger vom Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme, wachsen die Themen IP-TV, Web-TV und Hybrid-TV langsam zusammen: „Das verändert natürlich Geschäftsmodelle.“ Heute gäbe es zwar viele kleine Medieninseln wie Twitter, Facebook oder Myspace, die Integration in umfassende New-TV-Konzepte stehe aber noch aus. Als Technologie werde sich seiner Ansicht nach am ehesten HBB-TV (Hybrid Broadcast Broadband TV) durchsetzen. Zusätzlich will das Institut auf der Cebit eine Non-lineare-Video-Technologie präsentieren, die Inhalte clickbar machen soll.

Hybrid-TV, das Funktionen sowie Inhalte aus dem Internet mit dem Fernsehprogramm verknüpft, ist laut Jan Wendt der neue Stern am New-TV-Himmel. Allerdings hätten die deutschen Fernsehsender diesen Trend bereits verschlafen. Robert Amlung, Beauftragter für digitale Strategien beim ZDF, sieht das ganz anders. So lägen TV-Sender mit Abruf-Fernsehen und Live-Events auf der Höhe der Zeit. Zusätzlich habe das ZDF in HBB-TV investiert und schaue auch darüber hinaus. „Zukünftig muss mit den Nutzern noch viel stärker kommuniziert werden“, sagt Amlung. Das ZDF hat dafür erste Schritte eingeleitet. So wurde bereits ein eigener Kanal auf Youtube eingerichtet, Fangruppen auf Facebook eröffnet und Aktionen wie die Wettkandidatensuche für „Wetten dass“ über das Web gestartet. Laut Amlung werde das Fernsehen aber nicht verschwinden. Sendungen, die Eventcharakter hätten, würden auch weiterhin stark im TV bleiben.

Dass Deutschland in puncto IP-TV keine Vorreiterrolle einnimmt, liegt laut Dr. Alexander Henschel vor allem an der hierzulande noch geringen Zahlungsbereitschaft für Content. Er sieht dennoch Potenzial. So läge die Zukunft für IP-TV-Anbieter in der Kombination verschiedener IP-TV-Geschäftsmodelle, die werbe-, nutzungs-, abonnement- oder transaktionsbasiert sind.

In einem Punkt waren sich alle Kongressteilnehmer abschließend aber einig: Die Entwicklung des Hybrid-TV bietet der gesamten Branche völlig neue Möglichkeiten, denn die klassischen Trennlinien zwischen TV-Sender, Produzent, Online-Plattform und Community verschwimmen mit dem hybriden Fernsehen immer weiter. „Der zweite New-TV-Kongress hat allen Teilnehmern einen sehr guten Überblick darüber verschafft, welche Potenziale im neuen Fernsehen schlummern, wenn wir sie nur nutzen“, sagt Kai Flatau, Leiter der Fachgruppe New TV bei Hamburg@work, zum Abschluss der Veranstaltung. (sl)

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