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Online-Brief

E-Postbrief kostet 55 Cent

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Dr. Frank Appel

Nach lange aufgebauter Spannung hat die Deutsche Post nun endlich den Preis für ihren Online-Brief, den so genannten E-Postbrief, bekannt gegeben. Er kostet, egal ob rein digital oder hybrid zugestellt, genauso viel wie der physische Brief – nämlich 55 Cent.

"Wir machen sichere Schriftkommunikation im Internet für jedermann möglich - das ist eine Revolution", sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL. "Diese Innovation passt ganz in unsere Strategie 2015: Sie wird das Leben unserer Kunden einfacher machen und sie stärkt unser Ziel, DIE Post für Deutschland zu bleiben."

Mit dem E-Postbrief sollen Privatpersonen, Unternehmen und Verwaltungen sicher im Internet miteinander kommunizieren können. Der E-Postbrief ist laut Post genauso verbindlich, vertraulich und verlässlich wie der Brief - dabei aber so schnell wie eine E-Mail. "Wir bringen das Briefgeheimnis ins Internet", sagte Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Brief. "Mit dem E-Postbrief machen wir unser erfolgreichstes Produkt, den Brief, noch besser. Es bleibt ein Brief, aber er wird noch schneller."

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Jürgen Gerdes

Ein E-Postbrief kostet genau wie der herkömmliche Brief 55 Cent. Nutzer können wählen, ob ihr Brief elektronisch an ein anderes E-Postbrief-Konto zugestellt wird oder von der Deutschen Post ausgedruckt und per Briefträger zugestellt wird. Dabei bleibt der Preis der gleiche. Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Farbausdrucke werden extra berechnet. Briefchef Gerdes: "Unser Brief, egal ob physisch oder digital, basiert auf einer hochwertigen Leistung aus einer Hand. Und die hat einen sehr attraktiven Preis." Gerdes begründete den relativ hohen Preis für den E-Postbrief mit der Sicherheit der Zustellung. "Angesichts dessen sind 55 Cent ein Schnäppchen", so Gerdes. Angst, bei den Verbrauchern am Preis zu scheitern, hat der Manager nicht. "Ich habe höchstens Angst, dass Schalke nicht Meister wird", sagte der Fußball-Fan bei der Präsentation des Services. "Im Geschäftsleben bin ich relativ angstfrei."

Laut Gerdes haben sich zum Start der Online-Registrierung allein am Vormittag des 14. Julis rund 17.000 Nutzer angemeldet. Die Deutsche Post hat die Registrierung mit einer Gewinnaktion gekoppelt. Wer sich registriert hat, bekommt nach einigen Tagen ein Schreiben von der Deutschen Post und muss sich dann in einer Filiale persönlich identifizieren.

Gerdes wirbt vor allem bei Unternehmen damit, dass der E-Postbrief die Prozesskosten spürbar senken könne. Unternehmen und Verwaltungen könnten mit dem E-Postbrief ihren Kundenservice deutlich verbessern und Geld einsparen, so der Manager. Um bis zu 60 Prozent ließen sich die Kosten für die Postbearbeitung durch den Einsatz des E-Postbriefs drücken.

Für die Deutsche Post kommt es nun darauf an, möglichst viele Verbraucher von ihrem neuen Produkt zu überzeugen. Denn nur dann wird der E-Postbrief – etwa für die Unternehmenskommunikation – interessant.

Andere Dienstleister wie die Telekom haben die Registrierung für die so genannte De-Mail bereits gestartet. Die Deutsche Telekom wirbt mit einer nicht näher bezifferten Anzahl von kostenlosen De-Mails. Bei United Internet kostet die hybride Version der De-Mail 54 Cent, liegt also leicht unter dem Preis der Deutschen Post. Die De-Mail startet aber erst Anfang des nächsten Jahres, wenn die Bundesregierung ein entsprechendes Gesetz zur sicheren Kommunikation im Internet verabschiedet hat. Die Deutsche Post hat im Moment die Nase vorn. Schon allein, weil der E-Postbrief live geschaltet ist. Zudem verfügt die Deutsche Post über Mitglieder- oder Kunden-starke Partner wie den ADAC, die Allianz und SAP. Außerdem hat sie ein telefonisches Service-Center mit hunderten Call-Center-Agenten eingerichtet. Und: Sie wirbt auf allen Kanälen. Gerdes nannte TV, Print, Plakat, Online, Postwurfsendungen und "das von mir so geliebte ,Einkauf Aktuell'".

Die Deutsche Post startet den E-Postbrief mit ziemlich breiter Brust. Jürgen Gerdes: "Wir haben eine Mission. Wir wollen das Internet sicherer machen. Und glauben Sie mir eines: Wir werden das Internet sicherer machen."

Derzeit denkt die Deutsche Post darüber nach, das Produkt E-Postbrief auch international anzubieten. Genauere Pläne existieren allerdings noch nicht. (te)

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