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Live Shopping: Wie aus Restposten attraktive Produkte werden

Die hohe Kunst der Emotionalisierung

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Erfolgreich im Bereich Shopping Clubs: Brands4friends

Nach One-Day-One-Deal-Strategien gibt es neue Konzepte, die aus dem Ausland nach Deutschland herüber schwappen und um die Gunst der Online-Shopper buhlen.

Laut Jochen Krisch sind 90 Prozent aller deutschen Live-Shopping-Angebote im Internet schlecht gemacht. Der Analyst und Berater für E-Commerce Anwendungen kennt sich aus in der Branche. Seit 1995 befasst er sich mit Verkaufskonzepten in den elektronischen Medien. Zusätzlich ist er seit 2008 als Experte für neue E-Commerce-Modelle bei dem Unternehmen Optaros tätig und ist Initiator der Live Shopping Days, die am 27. und 28. Januar in Berlin stattfinden. Ein paar Konzepte überzeugen Krisch dann aber doch. Da ist zum einen Woot aus den USA. Der Anbieter handelt nach dem Prinzip „One Day One Deal“ und bietet seit einigen Jahren jeden Tag Restpostenartikel einer Marke zum Schnäppchenpreis an. Auch deutsche Ableger wie I-Bood, Guut oder Preisbock sind mit diesem Konzept sehr erfolgreich.

Zum anderen gibt es Shopping Clubs wie Vente-Privée aus Frankreich oder Brands4friends aus Deutschland, die profitabel sind und Krisch überzeugen. Auch bei diesen Konzepten werden Restposten mit Hilfe schöner Bilder als attraktive Produkte verkauft. Eine weitere Verstärkung der Attraktivität wird erzielt, indem die Shops den Stempel exklusiver Clubs tragen, in die nur kommt, wer die Empfehlung oder die Einladung eines Freundes erhält.

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Nicolas Speek

Brands4friends ist laut einer Studie der Marktforscher von Fittkau & Maaß derzeit Marktführer im Bereich Shopping-Clubs, gefolgt von Paul Direkt und Buy Vip. Rund 2,5 Millionen Mitglieder kann Brands4friends verzeichnen, Tendenz steigend. Bereits im Gründungsjahr 2008 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 25 Millionen Euro. 2009 konnte dieser wiederum gesteigert werden, diesmal um ca. 300 Prozent. Auf den Erfolg des Clubs weise, so Nicolas Speeck, Mitgründer von Brands4friends, bereits der Name hin, denn dieser sei Programm: „Wir haben einen freundschaftlichen Kommunikationsstil mit unseren Mitgliedern. Zusätzlich bieten wir ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie ein gutes Markensortiment und verpassen dem Ganzen noch eine Portion Emotion.“

Ein Anbieter, zwei Konzepte

Auch immer mehr große Multi-Channel-Versandhändler wie das Unternehmen Otto integrieren zusätzlich zu ihren Online-Stores Live-Shopping-Elemente auf ihren Websites. Das dies aber auch anders funktionieren kann, zeigen Beispiele ausländischer Versandhändler, die zwei Konzepte auf zwei unterschiedlichen Plattformen umsetzen. So betreibt der Toulouser E-Commerce-Dienstleister Ckado neben seinem Online-Shop für Hightech-Produkte getrennt den Shopping-Club Vente du Diable, in dem elektronische Ware zweiter Wahl von bekannten Marken als Schnäppchen angeboten wird. Ähnlich verhält es sich mit dem Online- und TV-Shopping-Unternehmen Shop Closeouts aus Australien. Dieses betreibt neben dem Online-Shop Daily Deals noch die Website „Catch of the Day“, über die nach dem One-Day-One-Deal-Prinzip täglich ein Angebot zum Vorteilspreis gemacht wird.

Diese Strategien eint, dass analoge Technologien benutzt werden. Lediglich die Präsentation der Produkte ist verschieden, da sich die Plattformen an unterschiedliche Zielgruppen richten. Für Jochen Krisch ist die Trennung von normalem Online-Shop- und Live-Shopping-Angebot eine gute Variante, da die Anbieter, ähnlich wie im Teleshopping-Bereich, unabhängiger operieren könnten.

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