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Briefmarkt: Ärger um Deutsche-Post-Tochter First Mail

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Die Deutsche Post plant offenbar, mit ihrem Tochterunternehmen First Mail im gesamten Ruhrgebiet aktiv zu werden. Bislang ist der Briefdienstleister First Mail nur im Düsseldorfer Raum unterwegs. Doch gegen die Expansionspläne regt sich lautstarker Protest.

Wie ein Sprecher der Deutschen Post gegenüber ONEtoONE bestätigte, gibt es tatsächlich Überlegungen, das Zustellgebiet von First Mail auszudehnen. Das Besondere an First Mail: Der Briefdienstleister ist seit dem Jahr 2000 am Markt und stellt in der Regel günstiger zu als der Mutterkonzern aus Bonn. Dies ist unter anderem möglich, weil First Mail den Mitarbeitern nicht den Tariflohn der Deutschen Post, sondern nur den gesetzlichen Mindestlohn von 9,80 Euro pro Stunde zahlen muss. Wie der Post-Sprecher gegenüber ONEtoONE versicherte, nehme First Mail der Deutschen Post aber keine Aufträge ab. First Mail nehme nur Aufträge an, die die Deutsche Post aus preislichen Gründen niemals erhalten würde. Dies sei auch durch eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi geregelt, die eine Fremdvergabe im Briefgeschäft bis zum Jahr 2011 untersagt.

Hochgekocht sind die Expansionspläne von First Mail durch deren ungewöhnlich ehrgeizige Ausbildungspläne. Für First Mail in Düsseldorf arbeiten 190 Beschäftigte. Derzeit werden 20 junge Leute ausgebildet. In einer Stellenanzeige sucht der Briefdienstleister nun ab Februar 2010 neue Zusteller. Im Jahr 2010 soll die Zahl der Lehrlinge auf 300 steigen, 2011 sogar auf 690, wie der Post-Sprecher bestätigte. Die Vermutung liegt nahe, dass ganz offenbar eine große Zahl von Post-Auszubildenden offiziell bei First Mail lernen soll – womöglich mit einer niedrigeren Ausbildungsvergütung.

Protest regt sich aber nicht über die Lehrlingsgehälter. "Die exorbitante Steigerung der Ausbildungsplätze bei First Mail lässt für mich nur einen Schluss zu: Die Post arbeitet nach wie vor an ihrem Ziel, die gesamte Zustellung im Wege eines Betriebsübergangs an die First Mail zu vergeben. Nun wird der Boden dafür bereitet", sagte Volker Geyer, Vorsitzender der Deutschen Kommunikationsgewerkschaft DPVKom der "Süddeutschen Zeitung". Mit ihrem Vorgehen fördere die Deutsche Post "das Lohn- und Sozialdumping in der gesamten Postbranche", so Geyer.

Mit Verweis auf die Vereinbarung mit Verdi bezeichnete die Deutsche Post Geyers Ausführungen in der "Süddeutschen Zeitung" als "völligen Quatsch". (te)

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